ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2015Cannabis-Konsum: Haaranalyse kein eindeutiger Beweis

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Cannabis-Konsum: Haaranalyse kein eindeutiger Beweis

Zylka-Menhorn, Vera

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Bisher galt es als gesichert, dass zumindest der Nachweis spezifischer Abbauprodukte des Cannabis-Hauptwirkstoffs THC im Haar einen Konsum zweifelsfrei beweist. Forscher am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg zeigten nun durch experimentelle Arbeiten, dass dieser Schluss so nicht zulässig ist.

Denn THC, das unter anderem für Abstinenzkontrollen im Rahmen von Fahreignungsüberprüfungen im Haar gemessen wird, und ein Abbauprodukt, das in Zweifelsfällen bisher zum eindeutigen Nachweis eines Konsums herangezogen wurde, können über Schweiß und Hauttalg eines Konsumenten auf andere Personen übertragen werden. „Die neuen Erkenntnisse sind insbesondere bei Analysen von Kinderhaarproben im Rahmen von Sorgerechtsfragen von Bedeutung, da eine Cannabinoid-Übertragung bei engem Körperkontakt besonders wahrscheinlich ist und zu völlig falschen Rückschlüssen führen kann“, erklärte der Toxikologe Prof. Dr. rer. nat. Volker Auwärter. Und in Ländern, in denen bei Arbeitnehmern oder Bewerbern Drogenkontrollen durchgeführt werden, könne die Folge einer Fehlinterpretation der Ergebnisse einer Haaranalyse zum Verlust des Arbeitsplatzes oder zum Ausschluss vom Bewerbungsverfahren führen. zyl

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