ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2015Frage der Woche an . . . Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer

In Sachsen wollen immer mehr Ärzte aus dem Ausland arbeiten. Sie helfen ihnen, sich in der deutschen Behördenlandschaft besser zurechtzufinden. Wie machen Sie das?

Dtsch Arztebl 2015; 112(46): [4]

Glöser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

In Sachsen wollen immer mehr Ärzte aus dem Ausland arbeiten. Sie helfen ihnen, sich in der deutschen Behördenlandschaft besser zurechtzufinden. Wie machen Sie das?

Bodendiek: Wir unterstützen die ausländischen Ärzte in vielfältiger Weise. Zunächst bieten wir umfassende Informationen für EU- und Nicht-EU-Ärzte in Deutsch und Englisch auf unserer Website. Dort finden sie alle wichtigen Anschriften und eine „Orientierungshilfe für ausländische Ärzte“ in Deutsch, Englisch und Arabisch. Dadurch können sich ausländische Ärzte über die wichtigsten Ansprechpartner und Voraussetzungen weltweit vorab informieren.

Anzeige

Zudem haben wir im Jahr 2013 die ausländischen Ärzte in Sachsen danach befragt, wo sie Unterstützung benötigen und unsere Angebote danach ausgerichtet. Dabei wurde deutlich, dass vor allem die deutsche Bürokratie eine erhebliche Hürde bei der Arbeitsaufnahme ist. Um in Sachsen eine ärztliche Tätigkeit aufnehmen zu können, bedarf es einer Aufenthaltserlaubnis und einer Approbation. Die Approbation muss bei den Landesdirektionen beantragt werden. Zudem muss der ausländische Arzt Sprachkenntnisse nachweisen. Erst danach kann er arbeiten.

Über unser Netzwerk „Ärzte für Sachsen“ bieten wir weitergehende Unterstützung. So haben wir eine Übersicht über Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten der sächsischen Krankenhäuser für ausländische Ärzte im Netz zusammengestellt (www.aerzte-fuer-sachsen.de). Dort finden die Kollegen Krankenhäuser, die bei der Wohnungssuche helfen, Sprachkurse unterstützen oder Integrationsmaßnahmen für Familien anbieten.

Wenn ausländische Ärzte während ihrer Tätigkeit in Sachsen eine Weiterbildung anstreben, können sie sich bei uns zu allen Fragen der ärztlichen Weiterbildung beraten lassen. Wir erläutern dann den Weg zum Facharzt. Sie können sich zum Beispiel darüber informieren, dass die Weiterbildung in den Gebieten grundsätzlich ganztägig, in hauptberuflicher Stellung mit einer angemessenen Vergütung erfolgt und eine unentgeltliche Tätigkeit als Gastarzt grundsätzlich nicht als Weiterbildung anerkannt wird.

Wichtig ist, dass Ärzte in Sachsen erst nach Erhalt der Approbation oder gegebenenfalls einer gleichwertigen Berufserlaubnis mit der Weiterbildung beginnen dürfen. Die Weiter­bildungs­ordnung und eine Liste der zur Weiterbildung befugten Ärzte Sachsens stehen ebenfalls auf unserer Homepage. Darüber hinaus umfasst die Broschüre „Mein Weg zum Facharzt“ hilfreiche Hinweise für die Gestaltung der ärztlichen Weiterbildung. sg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.