ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2015Das Gespräch: CDU/CSU wieder enttäuschend
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wenn es einen personellen Wechsel in hohen politischen Ämtern gibt, lohnt es sich hinzuschauen, wer da neu in unsere Arbeit hineinentscheidet und man sollte genau hinhören.

„Das Gespräch“ mit Maria Michalk, der neuen gesundheitspolitischen Sprecherin der CDU/CSU, musste ich dreimal lesen, um zu verstehen, womit sich die erfahrene Gesundheitspolitikerin (nicht) beschäftigen und was sie (nicht) ändern möchte. Nach dem Lesen von ellenlangen Politikerplattitüden erfahre ich, dass sie „das Pflegestellenförderprogramm noch einmal analysieren möchte“. Das soll sie tun, doch ist das erwähnenswert? Zweitens – und schon letztens – „muss sich bei der Notfallversorgung der Krankhausreform noch einiges bewegen“. Ich muss lesen, dass sie „zwar Gesetze geschaffen (haben), damit es bessere Kooperationen zwischen Niedergelassenen und Kliniken gibt. Aber wenn am Ende doch alle Patienten im Krankenhaus versorgt werden, dann muss es einen finanziellen Ausgleich geben.“ Und da ist die Katze aus dem Sack! Erst haben CDU/CSU/SPD/Grüne die Klinikambulanzen für die fachärztliche Regelversorgung weit geöffnet und nun fordert die CDU-Politikerin noch mehr Honorarabfluss von Niedergelassenen zu den Kliniken. Die Altparteien träumen den (Alb-)Traum von der Abschaffung der „doppelten Facharztschiene“ weiter.

In dem Gespräch mit der CDU-Spitzenfunktionärin vermisse ich folgende Ziele: Termin-Wartezeitverkürzung durch Beendung der Fallzahlbudgetierung, Existenzsicherung aller Arztpraxen durch Bezahlung in Euro statt Punkten, Versorgungsstärkung durch Streichung des infamen „Versorgungsstärkungsgesetzes“, Verbot von gewerblich geführten MVZs, Schaffung einer Medikamenten-Positivliste und Ende der Sanktionen. Im Klinikbereich: Verbot des „Outsourcing“ von Dienstleistungen – auch im Reinigungsbereich, Beendung der Fallpauschalenabrechnung, Einführung verbindlicher Personalschlüssel.

Anzeige

Die Gesundheitsexperten der CDU/CSU haben dazu nichts zu sagen. Sie haben sicherlich nicht einmal eine Vorstellung von den von der Politik verursachten Mängeln im deutschen Gesundheitswesen. Sie sind die Ursache, nicht Lösung dieser Mängel. Und deshalb suche ich mir eine „Alternative“, eine wählbare.

Dr. med. Armin B. Conradt, 55286 Wörrstadt

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote