ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2015Kindergesundheit: Kinderkliniken systematisch unterfinanziert

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Kindergesundheit: Kinderkliniken systematisch unterfinanziert

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Die Kinderkliniken in Deutschland sind systematisch unterfinanziert und entsprechen nicht dem Durchschnitt der stationären Versorgung. Das erklärte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. med. Karl-Josef Eßer, am 5. November vor der Kinderkommission des Deutschen Bundestags. Prof. Dr. med. Reinhard Berner, Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, fügte hinzu, dass zum Beispiel zu früh geborene Kinder nur in speziellen Intensivstationen überleben könnten. Die Finanzierung der Einrichtungen und der kindermedizinischen Forschung sei daher essenziell. „Heute überleben acht von neun Kindern eine Krebserkrankung. Vor dreißig Jahren wären alle gestorben“, sagte Berner.

Eine große Herausforderung stelle auch die Arzneimittelsicherheit für Kinder und Jugendliche dar: 50 Prozent der Arzneimittel, die bei Kindern eingesetzt würden, seien für die Altersgruppe nicht geprüft oder außerhalb der Zulassung verwendet worden. Eltern müssten oft vorab unterschreiben, dass sie mit der ungeprüften Verabreichung der Arzneimittel einverstanden seien. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, kritisierte Eßer. EB

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