ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2015Konsiliarberichte: Austausch notwendig
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Die in den Leserbriefen vorgebrachte Kritik kann ich nur vehement unterstützen.

Zwar habe ich als Psychologischer Psychotherapeut und Psychoanalytiker in 20-jähriger Kliniktätigkeit überwiegend nur sehr gute Erfahrungen in der kollegialen und kooperativen Zusammenarbeit mit Ärzten, ebenso kann ich nach mehr als 16-jähriger Tätigkeit in eigener Praxis eine überwiegend gute Kooperation mit niedergelassenen Ärzten bestätigen. Leider trifft dies Lob nur auf die immer gleiche Gruppe ärztlicher Kollegen zu, die nicht nur differenzierte Konsiliarberichte übersenden, sondern auch sonst aufgeschlossen und anerkennend im konsiliarischen Austausch sind. 

In der Mehrzahl erhalte aber auch ich nur Konsiliarberichte, in denen bestenfalls meine Informationen referiert oder meine ICD10-Diagnose wiederholt wird. Auch Leerblätter sind nicht ungewöhnlich.

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Nicht akzeptabel, schon gar nicht im Sinne des Patientenwohls, und nicht lege artis ist es, wenn schwerwiegende körperliche Erkrankungen wie maligne Tumore, neurologische, kardiovaskuläre oder auch internistische Erkrankungen nicht mitgeteilt, wesentliche, die weitere Therapie beeinflussende Interventionen, wie zum Beispiel stationäre Reha-Maßnahmen oder gar lebensverändernde Maßnahmen wie Sterilisation im Partnerschaftskonflikt, kosmetische Operationen bei dysmorphophen Ängsten, im Rahmen einer Psychose nicht besprochen werden.

Ein Austausch zwischen beiden wissenschaftlichen Berufen ist nicht nur notwendig, sondern auch bereichernd.

Roland Schultze, Dipl.-Psych., Dipl.-Päd., Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker, 47918 Tönisvorst

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