ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2015Gesundheitspsychologie: Besser weniger Empfehlungen geben

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Gesundheitspsychologie: Besser weniger Empfehlungen geben

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Es gibt zahlreiche Empfehlungen, wie man seine Gesundheit erhalten oder verbessern kann. Allerdings wird vieles nicht umgesetzt. Gesundheitspsychologen um Kristina Wilson von der Pennsylvania University (USA) haben untersucht, woran das liegen könnte. Sie analysierten 150 Forschungsberichte, die sich mit Suchtverhalten (Rauchen), gesunder Ernährung und Bewegung befassten und ermittelten, wie viele Empfehlungen von Ärzten, Therapeuten und Gesundheitsberatern zu welchen Effekten bei den Patienten führten. „Zwei bis drei Empfehlungen hatten die größte Wirkung“, berichten die Autoren. Eine oder mehr als vier Empfehlungen wurden hingegen kaum umgesetzt, weil sich die Patienten unter- oder überfordert fühlten. Ein mittleres Maß an Empfehlungen, das sich auf mittel- bis längerfristige Interventionen bezog, wurde von den Patienten hingegen am ehesten akzeptiert und in Angriff genommen, weil die Patienten sich mit den Zielen der Gesundheitsmaßnahmen identifizieren konnten, ohne allzu viel Aufwand betreiben zu müssen. Die Autoren meinen, dass zwei bis drei Empfehlungen deshalb das richtige Maß war, weil es den Patienten plausibel und machbar erschien. Auch unmotivierte Patienten konnten mit dieser Menge an Empfehlungen angeregt werden, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Diese Patientengruppe kann zusätzlich zur Umsetzung von Gesundheitsmaßnahmen angeregt werden, zum Beispiel durch persönliche Einweisungen, ausführliche Erklärungen und einfache Übungen. ms

Wilson K, Senay I, Durantini M, Sánchez F, Hennessy M, Spring B, Albarracín D: When it comes to lifestyle recommendations, more is some-
times less. Psychology Bulletin 2015; 141: 474–509.

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