ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2015Ernährung und Bindungsstil: Unsichere Bindung fördert Essstörungen

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Ernährung und Bindungsstil: Unsichere Bindung fördert Essstörungen

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Ernährungsgewohnheiten werden schon in der Kindheit angelegt. Die Eltern haben darauf maßgeblichen Einfluss. Die Ernährungswissenschaftlerinnen Aida Faber und Laurette Dubé von der McGill University in Montreal (Kanada) interessierte vor allem die Rolle des Bindungsstils zwischen Eltern und Kindern auf das spätere Essverhalten ihrer Kinder. Sie befragten 213 Kinder an kanadischen Schulen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren zu ihrer Beziehung zur den Eltern und zu ihrem Essverhalten und stellten fest: Kinder, die einen unsicheren Bindungsstil aufwiesen, aßen häufiger hochkalorische Lebensmittel und hatten weniger Kontrolle über ihr Essverhalten als Kinder mit sicherem Bindungsstil. Offenbar löste der unsichere Bindungsstil Stress aus, der durch emotionales Essen mit dem Ziel, sich durch besonders fette, süße oder salzige Speisen zu beruhigen und Trost zu finden, kompensiert wurde. Darüber hinaus befragten die Autorinnen 216 Erwachsene, die rückblickend über den Bindungsstil in ihrer Kindheit Auskunft gaben und ihr gegenwärtiges Essverhalten beschrieben. Wie sich zeigte, wirkte die Kindheit in der Gegenwart nach: Erwachsene, die von einer unsicheren Bindung an die Eltern berichteten, nahmen mehr Kalorien zu sich als Erwachsene, die als Kinder eine sichere Bindung entwickelt hatten. Die Autorinnen empfehlen Eltern, sich über die Bedeutung des Bindungsstil zu informieren und ihren Kindern gegenüber fürsorglich, aufmerksam und zuverlässig zu sein, um Vertrauen und eine sichere Bindung aufzubauen. ms

Faber A, Dubé L: Parental attachment insecurity predicts child and adult high-caloric food consumption. Journal of Health Psychology 2015; 20: 511–24.

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