ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2015Biomedizinscihe Forschung: Analyse zur Genomchirurgie

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Biomedizinscihe Forschung: Analyse zur Genomchirurgie

Krüger-Brand, Heike E.

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Unter dem Begriff „Genomchirurgie“ werden derzeit Verfahren der Gentechnik zur Veränderung von Genomen in lebenden Zellen intensiv diskutiert. Die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Gentechnologiebericht (IAG), ein Monitoring-Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, fordert in ihrer jüngsten Publikation ein Moratorium für Keimbahnexperimente am Menschen.

In ihrer Analyse „Genomchirurgie beim Menschen – Zur verantwortlichen Bewertung einer neuen Technologie“ befürwortet sie zwar prinzipiell die Erforschung dieser Methoden für die Medizin. Sie spricht sich aber klar gegen genchirurgische Experimente an der menschlichen Keimbahn aus, die damit ebenfalls möglich werden könnten. Zu diskutieren sei in diesem Kontext etwa, ob eine durch die Keimbahntherapie vorweggenommene Verletzung des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit des betreffenden Individuums vorliege oder ob mit einem Keimbahneingriff eine Würdeverletzung durch Instrumentalisierung des künftigen Individuums verbunden sein könnte. Zu berücksichtigen sei auch die Befürchtung, dass der Einstieg in medizinisch indizierte Keimbahneingriffe die Tür für Anwendungen jenseits der Medizin in breiterem Rahmen öffnet – mit unberechenbaren Folgen im gesellschaftlichen Bereich.

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Die IAG unterstützt daher die Forderung nach einem Moratorium für Keimbahnexperimente. Das Moratorium soll genutzt werden, um experimentelle, ethische und rechtliche Fragen der Keimbahntherapie transparent und kritisch zu diskutieren, um Chancen und Risiken der Technologie klarer zu definieren und Empfehlungen für künftige Regelungen zu erarbeiten. Die Analyse ist unter www.gentechnologiebericht.de kostenfrei verfügbar. KBr

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