ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2015Arzneimittel: Kinderärzte verordnen weniger Antibiotika

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Arzneimittel: Kinderärzte verordnen weniger Antibiotika

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Ist ein Antibiotikum indiziert? Kinderärzte sind für diese Frage sensibilisiert. Foto: mauritius images
Ist ein Antibiotikum indiziert? Kinderärzte sind für diese Frage sensibilisiert. Foto: mauritius images

Niedergelassene Kinder- und Jugendärzte verordnen Antibiotika in geringeren Dosierungen und seltener als noch vor sechs Jahren. Das geht aus dem Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor. Anlässlich des Europäischen Antibiotika-Tages am 18. November legten die Wissenschaftler des Zi eine Trendanalyse zum ambulanten Antibiotika-Einsatz in Deutschland vor. Danach verordneten Vertragsärzte 2014 bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren im Vergleich zu 2008 bundesweit nur noch knapp 70 Prozent des Antibiotikavolumens, betonte der Leiter des Versorgungsatlasses, Dr. med. Jörg Bätzing-Feigenbaum. Es sei zu beobachten, dass Pädiater beim Einsatz von Antibiotika inzwischen sehr sensibilisiert seien – nicht zuletzt, weil die Eltern der Kinder immer häufiger kritisch nachfragten.

Leicht rückläufig seien Antibiotika-Verordnungen auch bei älteren Menschen ab dem 70. Lebensjahr, sagte Bätzing-Feigenbaum. Unverändert häufig griffen die Ärzte hingegen bei den 15– bis 69-Jährigen zum Rezeptblock.

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Kritisch ist nach Einschätzung der Zi-Wissenschaftler der bundesweit gestiegene Einsatz von Cephalosporinen bei Erwachsenen, die wegen ihres breiten Wirkstoffspektrums als Reservegruppe gelten, die schweren Infektionen vorbehalten sein sollte. Nach den Leitlinien sollte diese Wirkstoffgruppe bei Atemwegsinfektionen und Pneumonie nur dann verabreicht werden, wenn eine Unverträglichkeit gegenüber Penicillinen besteht.

Generell verordnen der Studie zufolge die Ärzte in den alten Bundesländern mehr Antibiotika als in den neuen. Eine Erklärung für die Unterschiede liefert die Studie nicht. EB

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