ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2015Infotag zur ambulanten Medizin: „Praxis erleben“

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Infotag zur ambulanten Medizin: „Praxis erleben“

Richter-Kuhlmann, Eva

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung informierte auch in diesem Jahr wieder Nachwuchsärzte bei einem Infotag in Berlin über die Möglichkeiten der ambulanten Aus- und Weiterbildung.

Fotos: KBV/Lisa Struwe
Fotos: KBV/Lisa Struwe

Die Arbeit als Ärztin im Krankenhaus findet sie spannend – „aber nicht für das ganze Leben“. Magdalena Seta, Medizinstudentin im 9. Semester in Frankfurt/Main, hat andere Pläne: Sie möchte sich als Radiologin niederlassen und „eigene Perspektiven realisieren“, sagte sie dem Deutschen Ärzteblatt.

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Dies ist auch der Grund, weshalb die Medizinstudentin am Fotoshooting im Rahmen der Nachwuchskampagne „Lass dich nieder!“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) sowie am diesjährigen KBV-Infotag „Praxis erleben“ an der Charité – Universitätsmedizin in Berlin teilnahm. Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte konnten sich dort am 19. November nicht nur über die Möglichkeiten der Niederlassung, sondern auch über die ambulanten Inhalte des Studiums sowie die Weiterbildung im ambulanten Bereich informieren und mit niedergelassenen Ärzten und Beratern der KVen austauschen.

Fragen zum Arbeiten im ambulanten Bereich beantworteten Andres Gassen und und Regina Feldmann (Foto in der Mitte) auf dem KBV-Infotag „Praxis erleben“ spontan und persönlich. Weitere Informationen zur Niederlassung für Nachwuchsärzte gibt es unter www.lass-dich-nieder.de.
Fragen zum Arbeiten im ambulanten Bereich beantworteten Andres Gassen und und Regina Feldmann (Foto in der Mitte) auf dem KBV-Infotag „Praxis erleben“ spontan und persönlich. Weitere Informationen zur Niederlassung für Nachwuchsärzte gibt es unter www.lass-dich-nieder.de.

„Wir müssen das Arbeiten im ambulanten Bereich bereits im Studium näher an die Studierenden heranbringen“, sagte Dr. med. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, zur Eröffnung. Ziel der KBV-Kampagne und des Infotages sei es, Vorurteile auszuräumen und möglichst viele Optionen aufzeigen. Dann müssten die jungen Kollegen jedoch selbst entscheiden, welchen beruflichen Weg sie gehen, sagte er.

Prof. Dr. med. Adelheid Kuhlmey, Prodekanin für Studium und Lehre an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, betonte die Anstrengungen der medizinischen Fakultäten, die Studierenden sowohl hoch spezialisiert als auch möglichst breit, praxisnah und den Anforderungen einer alternden und zunehmend hochbetagten Gesellschaft entsprechend auszubilden. „Wir brauchen einen guten Mix zwischen wissenschaftlich basierter Lehre und praxisnaher Ausbildung. Ich hoffe, dass wir mit den reformierten Studiengängen beide Seiten bedienen können“, sagte sie.

Noch mehr Praxisanteile im Studium forderte Dipl.-Med. Regina Feldmann vom Vorstand der KBV: „Der Weg in die Niederlassung muss den Nachwuchsmedizinern bereits früh im Studium aufgezeigt werden“, meinte sie. Damit sie sich objektiv für eine Facharztweiterbildung entscheiden könnten, brauchten sie im Medizinstudium mehr Einblick in den ambulanten Bereich. Feldmann setzt sich besonders für eine Förderung der Allgemeinmedizin ein und plädiert für die Einführung eines Pflichtabschnitts Allgemeinmedizin im PJ. „Wir brauchen eine verpflichtende PJ-Tätigkeit im ambulanten Bereich und nicht nur eine Kliniksozialisierung“, betonte sie.

Dem widersprach Lauritz Blome, Bundeskoordinator der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitspolitik der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). Diese lehnt einen obligatorischen Abschnitt in der Allgemeinmedizin im PJ strikt ab.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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