ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2015Lungenkrebsdiagnostik: Spektrale Histopathologie

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Lungenkrebsdiagnostik: Spektrale Histopathologie

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Die spektrale Histopathologie (SHP) ermöglicht es, Subtypen einzelner Lungenkrebsformen markerfrei zu erkennen. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben das Diagnoseverfahren entwickelt und gemeinsam mit Ärzten der Ruhrlandklinik in Essen erfolgreich eingesetzt. Es handelt sich um ein automatisierbares Imaging-Verfahren, das bestimmte Formen von Lungenkrebs klassifiziert und damit eine Prognose über die Aggressivität eines Tumors ermöglicht.

Subtypenerkennung für verschiedene Formen des Adenokarzinoms mittels spektraler Histopathologie (unten) und herkömmlich gefärbte Gewebeschnitte (oben). Die mit der SHP bestimmten Formen des Adenokarzinoms lassen eine Aussage zum Sterberisiko des Patienten zu, wobei mikropapilläre und solide das höchste Mortalitätsrisiko und lepidische das geringste innerhalb der Gruppe der Adenokarzinome besitzen. © RUB, LS Biophysik
Subtypenerkennung für verschiedene Formen des Adenokarzinoms mittels spektraler Histopathologie (unten) und herkömmlich gefärbte Gewebeschnitte (oben). Die mit der SHP bestimmten Formen des Adenokarzinoms lassen eine Aussage zum Sterberisiko des Patienten zu, wobei mikropapilläre und solide das höchste Mortalitätsrisiko und lepidische das geringste innerhalb der Gruppe der Adenokarzinome besitzen. © RUB, LS Biophysik

„Verschiedene Subtypen des Lungenkrebses auseinanderhalten zu können ist entscheidend, um eine Prognose des Krankheitsverlaufes abzugeben“, erläuterte Prof. Dr. rer. nat. Klaus Gerwert vom Proteinforschungskonsortium PURE (Protein Research Unit Ruhr within Europe). Dies ermögliche künftig eine gezieltere und somit erfolgreichere Therapie im Rahmen der personalisierten Medizin.

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Im Gegensatz zu bisherigen Methoden wird das Gewebe für die am RUB-Lehrstuhl für Biophysik etablierte SHP nicht mehr mit verschiedenen Markern gefärbt, um den Krebs-Subtyp zu erkennen. Standardmäßig diagnostizieren Pathologen Lungenkrebs durch eine mikroskopische Analyse von gefärbten dünnen Gewebeschnitten aus einer Lungenbiopsie. Häufig wird eine Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt, da die Symptome spät im Krankheitsverlauf auftreten.

Die SHP erfasst direkt molekulare Veränderungen im Gewebe, insbesondere Proteinveränderungen, ohne dass eine Färbung erforderlich ist. Da sie mit Lichtstrahlen arbeitet, kann der dünne Gewebeschnitt aus der Biopsie anschließend mit weiteren Methoden, insbesondere Genom- oder Proteom-Analysen, verwendet werden. EB

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