ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1996Cholesterinsenkung auch bei Normwerten

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Cholesterinsenkung auch bei Normwerten

GB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Auch Postinfarktpatienten mit Cholesterin-Werten im Normbereich profitieren von einer Therapie mit dem CSE-Hemmer Pravastatin. Im Vergleich zu Plazebo nahm das Risiko, an einer kardiovaskulären Ursache zu versterben beziehungsweise einen nichttödlichen Reinfarkt zu erleiden, um 24 Prozent ab (p = 0,002). Die Rate an tödlichen Reinfarkten war um 37 Prozent niedriger, und revaskularisierende Maßnahmen wie Bypass-Operation oder Ballondilatation mußten 26 beziehungsweise 22 Prozent seltener durchgeführt werden.
Das sind die ersten Ergebnisse der Cholesterol and Recurrent Events Trial – kurz CARE genannt. Wie der Vorsitzende des Prüfungskomitees, Professor Eugene Braunwald (Boston), beim Kongreß des American College of Cardiology in Orlando erläuterte, werde man zukünftig bei der Sekundärprophylaxe von Postinfarktpatienten umdenken müssen. Denn zum ersten Mal hätte man belegen können, daß nicht nur eine Hypercholesterinämie, sondern bereits bisher als "normal" geltende Blutfettwerte die Prognose verschlechterten. Teilgenommen an CARE hatten 4 159 Patienten in 80 US-amerikanischen und kanadischen Zentren, bei denen ein Myokardinfarkt maximal zwei Jahre zurückliegen durfte und deren Gesamtcholesterin niedriger als 240 mg/dl war.
Im Mittel betrugen die Konzentrationen des Gesamtcholesterins 209 mg/dl und des LDL-Cholesterins 139 mg/dl. 42 Prozent der eingeschlossenen Patienten waren Hypertoniker, 14 Prozent Diabetiker und 21 Prozent aktive Raucher.
Doppelblind wurde dann zusätzlich zur bestmöglichen Basisbehandlung über fünf Jahre entweder 40 mg Pravastatin pro Tag oder Plazebo gegeben. Die lipidsenkende Therapie führte innerhalb von sechs Wochen zu einer Reduktion des LDL-Cholesterins um 32 Prozent. Der sich daraus ergebende klinische Erfolg war bei allen Patientengruppen ähnlich hoch – unabhängig von zusätzlichen Risikofaktoren, Alter oder Geschlecht. Der Nutzen war bei Frauen und älteren Patienten sogar stärker ausgeprägt als in der Gesamtgruppe.
Wenn man die Ergebnisse von CARE hochrechnet, dann lassen sich bei 1 000 Patienten durch eine fünfjährige Behandlung mit Pravastatin 153 klinische Ereignisse vermeiden; dazu gehören tödliche und nichttödliche KHK-Folgen, Schlaganfälle sowie therapeutische Interventionen. Für die Frauen liegt die Zahl bei 248 und für die über Sechzigjährigen bei 214.
Eine erste differenziertere Analyse unter Berücksichtigung der LDL-Ausgangswerte ergab wichtige Hinweise, ab wann man therapeutisch mit einem CSE-Hemmer eingreifen sollte, um die Progression der KHK zu verlangsamen. Bei Patienten mit einem LDL unter 125 mg/dl – etwa ein Drittel der Studienpopulation – hatte die prophylaktische Behandlung mit dem Wirkstoff Pravastatin keinerlei Effekte auf den Krankheitsverlauf gehabt. GB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote