ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2015Unipolare Depression: S3- und Nationale Versorgungsleitlinie erweitert

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Unipolare Depression: S3- und Nationale Versorgungsleitlinie erweitert

Bühring, Petra

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Eine Depression kann den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen. Sie ist eine häufige Ursache für Fehltage bei der Arbeit. Foto: picture alliance
Eine Depression kann den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen. Sie ist eine häufige Ursache für Fehltage bei der Arbeit. Foto: picture alliance

Depressionen zählen weltweit zu den wichtigsten Volkskrankheiten. „Trotz der großen Bedeutung der Erkrankung, auch im Hinblick auf Fehltage und Frühverrentungen, gibt es bei der Versorgung von Menschen mit Depressionen große Defizite“, sagte Dr. med. Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Um diese Defizite in der Versorgung abzubauen und das Wissen über Ursachen, Diagnostik und Therapie von Depressionen zu verbessern, hat die DGPPN gemeinsam mit 30 Fachgesellschaften, Verbänden und Organisationen die S3-Leitlinie beziehungsweise Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) „Unipolare Depression“ revidiert und erweitert. Sie formuliert auf 250 Seiten mehr als 120 Schlüsselempfehlungen und ersetzt die alte Leitlinie, die 2009 erstmals veröffentlicht wurde.

Die DGPPN gibt die Leitlinie gemeinsam mit weiteren beteiligten Organisationen heraus – unter anderem Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

Die Leitlinie bildet Neuerungen in der Pharmakotherapie und Psychotherapie ab. Sie geht unter anderem speziell auf die Bedürfnisse älterer Patienten und auf die Behandlung bei somatischer und psychischer Komorbidität ein. Neu ist auch die Aufnahme niederschwelliger psychosozialer Basisinterventionen vor der Behandlung sowie Empfehlungen zu körperlichem Training und Sport sowie zur Elektrokonvulsionstherapie. Darüber hinaus sind erstmals Kapitel zum Umgang mit Migranten und zur Behandlung von Frauen in der Peripartalzeit integriert.

Die Langfassung Leitlinie ist im Netz verfügbar. Die Kurzfassung sowie die Patientenleitlinie werden in den nächsten Monaten fertiggestellt.

Die Leitlinie im Internet: http://d.aerzteblatt.de/TN68 PB

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