ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2015Pflegebedürftige: Zahl steigt stärker als erwartet

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Pflegebedürftige: Zahl steigt stärker als erwartet

Dtsch Arztebl 2015; 112(48): A-2016 / B-1666 / C-1614

Richter-Kuhlmann, Eva

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2,6 Millionen Pflegebedürftige gibt es derzeit in Deutschland. Foto: picture alliance
2,6 Millionen Pflegebedürftige gibt es derzeit in Deutschland. Foto: picture alliance

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird nach dem jetzt vorgestellten Pflegereport 2015 der Barmer GEK in den kommenden Jahrzehnten stärker steigen als bisher angenommen. So sollen 2060 schätzungsweise 4,52 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein. Dies sind fünf Prozent mehr als bislang prognostiziert. Der Zuwachs an Pflegebedürftigen gegenüber alten Vorausberechnungen soll sich zudem vor allem aus Männern rekrutieren. Die neuen Berechnungen beruhten auf Ergebnissen des Zensus von 2011, die erstmals verwendet wurden, erläuterte Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK.

Der Studie zufolge, die Vergleiche mit früheren Modellrechnungen anstellt, soll zudem der Anteil hochbetagter Pflegebedürftiger in den nächsten Jahren stark wachsen: 2060 werden 60 Prozent der pflegebedürftigen Männer und 70 Prozent der pflegebedürftigen Frauen 85 Jahre oder älter sein, heißt es. Heute liegen die entsprechenden Werte bei 30 beziehungsweise 50 Prozent. „Weitere Pflegereformen sind programmiert“, kommentierte Straub. Er wies insbesondere auf die Belastung der Familien durch die Pflege hin, die künftig zunehmen werde. Es müsse mehr Unterstützung für pflegende Angehörige geben, um Überforderungen zu vermeiden.

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Das zweite Pflegestärkungsgesetz, das am 1. Januar 2016 in Kraft treten soll, schätzt Straub „als eine entschlossene und weitreichende Reform“ ein. Sie beseitige mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff eine der bisherigen Schwächen der sozialen Pflegeversicherung, lobte der Barmer-GEK-Chef. ER

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