ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2015Günther Schellong †: Trauer um einen engagierten Forscher und Arzt

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Günther Schellong †: Trauer um einen engagierten Forscher und Arzt

Dtsch Arztebl 2015; 112(49): A-2103 / B-1733 / C-1679

Langer, Thorsten; Dörffel, Wolfgang; Brämswig, Jürgen

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Günther Schellong, Foto: privat
Günther Schellong, Foto: privat

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Langzeitbeobachtung“ der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie trauern um Professor Dr. med. Günther Schellong. Der Pädiater ist am 10. Oktober im Alter von 89 Jahren verstorben. Schellong hat sich nach seiner Approbation im Jahr 1951 wissenschaftlich zunächst mit dem Ikterus neonatorum auseinandergesetzt und dann immunhämatologischen Themen zugewandt, insbesondere der Erprobung und Einführung der Anti-D-Prophylaxe. Von 1973 bis 1991 leitete er die pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Münster.

Mitte der 70er Jahre war er Gründungsmitglied der BFM-Studiengruppe zur Behandlung der akuten lymphatischen (ALL) und der akuten myeloischen Leukämie (AML). Er leitete die AML-Studie von 1978 bis 1991 und die fünf Therapiestudien zum Hodgkin-Lymphom von 1978 bis 1995. Bereits die erste Studie erzielte so gute Behandlungsergebnisse, dass Schellong sich in den Folgestudien der Therapieoptimierung zuwenden konnte.

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Nach seiner Emeritierung 1991 baute er die Langzeitbetreuung ehemaliger Hodgkin-Lymphom-Patienten auf, um insbesondere Spätfolgen zu erforschen. Daraus resultierten neueste Erkenntnisse unter anderem zu infektiologischen Komplikationen, zur Infertilität, zu Herzklappenveränderungen und Brustkrebserkrankungen. In vorbildlicher Weise hat Schellong hieraus für seine Patienten Handlungsempfehlungen abgeleitet. Bis zuletzt war er zudem wissenschaftlich und als Autor für namhafte Zeitschriften aktiv.

Thomas Langer,
Wolfgang Dörffel, Jürgen Brämswig

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