ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2015Zika-Virus: Brasilien ruft Gesundheitsnotstand aus

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Zika-Virus: Brasilien ruft Gesundheitsnotstand aus

Zylka-Menhorn, Vera

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Stechmücken der Gattung Aedes können das Zika-Virus übertragen. Foto: dpa
Stechmücken der Gattung Aedes können das Zika-Virus übertragen. Foto: dpa

Wegen einer Häufung von Mikrozephalie-Fällen bei Neugeborenen (399 Fälle in 2015) hat das brasilianische Gesundheitsministerium einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Wahrscheinlich stehen die Ereignisse in Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch von Zika-Virus-Erkrankungen.

Bei mehreren Schwangeren war das Zika-Virus nachgewiesen worden. Eine Untersuchung des Fruchtwassers zeigte, dass ihre Föten an Mikrozephalie leiden. Charakteristisch für eine Infektion mit Zika-Viren ist das Auftreten eines knotig-fleckigen Hautausschlages, begleitet von Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung.

Der Erreger, der durch Stechmücken übertragen wird, wurde vermutlich während der Fußballweltmeisterschaft importiert. Wegen seiner Verbreitung hat die WHO Zika-Virus-Erkrankungen als „Emerging Infectious Disease“ klassifiziert. Brasilien-Reisende, insbesondere Schwangere, sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten, empfiehlt das Centrum für Reisemedizin. Geeignet seien Mittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration ab 30 Prozent, Schwangere sollten Produkte mit dem Wirkstoff Icaridin verwenden.

Das Zika-Virus gehört zur Gattung Flavivirus der Familie Flaviviridae. Die vollständige Sequenz des Virusgenoms wurde 2006 erstmals publiziert. zyl

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