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Die meisten von uns brauchen dringend die Ablösesummen für ihre Praxen als Rente. Wir haben unsere Kassenzulassungen nicht umsonst bekommen, sondern haben unser halbes Berufsleben mit massiven finanziellen Einbußen darum gekämpft, als freie niedergelassene Psychologische Psychotherapeuten mit Erstzugangsrecht für Patienten zu arbeiten. Dieser Status ist unser Vermächtnis an die jungen Kolleginnen und Kollegen.

Weil uns einige Gedanken von Petra Bühring wirklich ärgern, möchten wir an die Zeit vor und die Verdienstmöglichkeiten nach der Kassenzulassung erinnern und antworten:

  • Um den Status Kassenzugelassen zu erreichen, haben wir 25 Jahre gekämpft. Wir sind nach Bonn gefahren, um an der ersten Demonstration für Psychologische Psychotherapeuten teilzunehmen. Wir waren bei unzähligen berufspolitischen Veranstaltungen und haben uns mit viel Energie, Zeitaufwand und Einkommenseinbußen engagiert.
  • Wir mussten Diskriminierungen von Sachbearbeitern der Krankenkassen und von Ärzten hinnehmen. Unter diesen Umständen haben wir trotzdem den größeren Teil der psychotherapeutischen Versorgung geleistet.
  • Als Psychologische Psychotherapeuten mit ungeklärtem und nicht abgesichertem Status in eigener Praxis konnte man keine Rentenrücklagen erarbeiten.
  • Der Zwischenstatus Delegationspsychologe (bvvp) bedeutete für Kollegen bessere Gehälter, Abhängigkeiten von Ärzten, kein Erstzugangsrecht für Patienten. Unsere Berufsgruppe war gespalten in relativ gut verdienende Delegationspsychologen und weiter kämpfende, mit unsicheren Stundenhonoraren, mit dem eigentlichen berufspolitischen Ziel solidarische Kollegen.
  • Nur weil wir gute Funktionäre und Berufsverbände hatten, die wir finanziell getragen haben, nur weil wir selbst eisernes Durchhaltevermögen gezeigt haben, konnte unser Ziel „Gleichberechtigung mit Ärzten, Anschluss an die KV und Erstzugangsrecht für Patienten im Jahr 1999“ durchgesetzt werden.
  • Trotzdem war die endgültige Aufnahme in die KV vorher noch mit diskriminierenden Maßnahmen uns gegenüber verbunden. Die meisten von uns hatten mehrere Therapieausbildungen, dennoch wurden wir gezwungen, an vielen teuren Kursen (die Referenten hatten häufig weniger Kenntnisse als die Teilnehmer) teilzunehmen.
  • Seit 16 Jahren sind wir Mitglieder der KV, haben ein Versorgungswerk (in das man ab einem bestimmten Alter damals nicht mehr aufgenommen wurde) und eine eigene Kammer.

Wir stehen weiterhin mit unseren Gehältern an unterster Stelle in der Hierarchie der KV-Mitglieder.

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Es steht niemand zu, über die Notwendigkeit und Höhe der Ablösesumme zu urteilen, weder Frau Bühring noch dem bvvp.

Roswita von Hauff, (verantwortlich für den Text), 81547 München, Annelie Bullwein, 80687 München, Dr. Anna Maria Friedle, 81369 München, Barbara Schmid, 80687 München, Sabine Wurzbacher, 81371 München, Psychologische Psychotherapeutinnen

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