ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2015Kunst der Moderne in der Schirn, Frankfurt: Freiheit der Künste und Stile

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Kunst der Moderne in der Schirn, Frankfurt: Freiheit der Künste und Stile

Bühring, Petra

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Marcelle Cahn, Frau und Segel, circa 1926–27, Öl auf Leinwand, 66 × 50 cm, Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg (MAMCS). Foto: Musées de Strasbourg, A. Plisson
Marcelle Cahn, Frau und Segel, circa 1926–27, Öl auf Leinwand, 66 × 50 cm, Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg (MAMCS). Foto: Musées de Strasbourg, A. Plisson

Die Ausstellung „STURM-Frauen – Künstlerinnen der Avantgarde in Berlin 1910–1932“ zeigt Werke dieser Aufbruchbewegung.

Die überwiegende Mehrheit der Psychotherapeuten ist weiblich – eine Ausstellung, die ausschließlich Künstlerinnen aus einer wegweisenden Kunstepoche zeigt, dürfte daher interessieren. Ursprünglich 1910 als Zeitschrift zur Förderung der expressionistischen Kunst gegründet, wurde der Begriff STURM zum Synonym einer künstlerischen Aufbruchbewegung. Der Herausgeber und Galerist Herwarth Walden gründete neben der Zeitschrift 1912 die STURM-Galerie in Berlin. Zahlreiche, auch internationale Künstlerinnen wurden dort erstmals in Deutschland präsentiert. Die Bewegung richtete sich gegen alles Etablierte, gegen die Bürgerlichkeit des Wilhelminismus, und er propagierte eine Freiheit der Künste und Stile.

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Diesen STURM-Frauen widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine große Themenausstellung. Mit rund 280 Kunstwerken werden erstmalig 18 Künstlerinnen des Expressionismus, des Kubismus, des Futurismus, des Konstruktivismus und der Neuen Sachlichkeit vorgestellt. Zu den bekanntesten zählen Sonia Delaunay, Alexandra Exter, Natalja Gontscharowa, Else Lasker-Schüler, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin. Hinzu kommen Künstlerinnen, die heute weitestgehend unbekannt sind, wie Marthe Donas, Jacoba van Heemskerck, Hilla von Rebay, Lavinia Schulz, Maria Uhden oder Marcelle Cahn.

Der Galerist Walden stellte nicht nur die männlichen Künstler des Blauen Reiter und die italienischen Futuristen aus, sondern förderte engagiert und strategisch mehr als 30 Malerinnen und Bildhauerinnen. Für diese war der STURM eine große Chance, waren sie doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts weder vollends gesellschaftlich anerkannt, noch hatten sie uneingeschränkt Zugang zu einer akademischen Ausbildung, die der ihrer männlichen Kollegen gleichwertig gewesen wäre. Genauso unterschiedlich wie die Lebensläufe, die persönlichen Bedingungen und die Rezeption der 18 STURM-Frauen sind auch ihre Werke, die sich stilistisch stark voneinander unterscheiden. In der Zusammenschau aber bilden sie ein beeindruckendes Panorama der modernen Kunst. Die Werke stammen von internationalen Leihgebern, wie dem Centre Pompidou in Paris, dem Guggenheim-Museum und dem MoMA, New York, der Tate London, dem Theater-Museum in St. Petersburg und der Berlinischen Galerie. Petra Bühring

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