ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2015GOÄ-Ratgeber: Abrechnung von Zytostatika-Infusionen (II)

PRIVATABRECHNUNG

GOÄ-Ratgeber: Abrechnung von Zytostatika-Infusionen (II)

Dtsch Arztebl 2015; 112(50): A-2160 / B-1776 / C-1722

Wiesener, Tina

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Gebührenpositionen für die Abrechnung von Zytostatika-Infusionen auf der Grundlage der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) werfen immer wieder Fragen auf. Wie bereits im GOÄ-Ratgeber „Abrechnung von Zytostatika-Infusionen (I)“ erläutert, gilt das insbesondere dann, wenn die Durchführung einer mehr als einmaligen parenteralen Zytostatikagabe an einem Behandlungstag zur Abrechnung gebracht werden soll (DÄ, Heft 46/2015).

Diskutiert wird in Abhängigkeit vom Einzelfall auch häufiger die Frage, wie die Erbringung von Zusatzleistungen im Rahmen einer „Dauertropfinfusion von Zytostatika“ nach Nr. 275 GOÄ „. . . von mehr als 90 Minuten Dauer“ beziehungsweise Nr. 276 GOÄ „. . . von mehr als sechs Stunden Dauer“ an einem Behandlungstag abzurechnen ist. Hierzu folgende Anmerkungen (gleiche Rechtsauffassung: Kommentierung nach Brück et al. zu Kapitel C II. Allgemeine Bestimmungen und zu den Nrn. 275 und 276 GOÄ): Die „Einbringung von Arzneimitteln in einen parenteralen Katheter“ während der Infusion des Zytostatikums ist mit der Nr. 261 GOÄ gesondert ansatzfähig. Allerdings bezieht sich die „Einbringung“ ausschließlich auf Injektionen, nicht auf Infusionen.

Eine gesonderte Inrechnungstellung zum Beispiel einer intravenösen Antiemetika-Infusion während einer Zytostatika-Infusion ist gemäß der vierten Allgemeinen Bestimmung des Kapitels C II. GOÄ insoweit ausgeschlossen, da es dort heißt: „Die Leistungen nach den Nrn. 271 bis 276 sind nicht nebeneinander berechnungsfähig.“

Anzeige

Der Ansatz einer Verweilgebühr nach Nr. 56 GOÄ „Verweilen, ohne Unterbrechung und ohne Erbringung anderer ärztlicher Leistungen – wegen Erkrankung erforderlich –, je angefangene halbe Stunde“ ist für die Zeit der Infusion ebenfalls nicht möglich. Wird hingegen im Anschluss an die Zytostatika-Infusion ein Verweilen des Arztes erforderlich, so ist Nr. 56 GOÄ berechnungsfähig.

Allerdings ist bei Ansatz dieser Gebührennummer die ergänzende Abrechnungsbestimmung zu Nr. 56 GOÄ zu beachten, wonach die Verweilgebühr nur berechnet werden kann, „. . . wenn der Arzt nach der Beschaffenheit des Krankheitsfalls mindestens eine halbe Stunde verweilen muss und während dieser Zeit keine ärztliche(n) Leistung(en) erbringt“.

Wird ein Verweilen im Rahmen einer wahlärztlichen stationären, teilstationären oder vor- und nachstationären Krankenhausbehandlung erforderlich, so kann gemäß den Vorschriften in § 4 Abs. 2 Nr. 3. GOÄ der Ansatz der Nr. 56 GOÄ während der gesamten Dauer der stationären Behandlung nur dann erfolgen, wenn diese Leistung durch den Wahlarzt oder dessen vor Abschluss des Wahlarztvertrages dem Patienten benannten ständigen ärztlichen Vertreter persönlich erbracht wurde. Dr. med. Tina Wiesener

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

GOÄ-Ratgeber