ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2015Gutachten: Sachverständigenrat empfiehlt Teil-Krankschreibung

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Gutachten: Sachverständigenrat empfiehlt Teil-Krankschreibung

Osterloh, Falk

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Um die Krankengeldausgaben zu senken, sollen Ärzte Arbeitnehmer künftig auch teilweise krankschreiben können. Diesen Vorschlag machte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Zwischen 2006 und 2014 sind die Krankengeldausgaben von 5,7 auf 10,6 Milliarden Euro angestiegen. Deshalb hatte das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium ein Sondergutachten beim Sachverständigenrat in Auftrag gegeben.

Arbeitnehmer, die nur zum Teil arbeitsunfähig sind, bekämen von ihrer Krankenkasse auch nur einen Teil des Krankengeldes. Foto: dpa
Arbeitnehmer, die nur zum Teil arbeitsunfähig sind, bekämen von ihrer Krankenkasse auch nur einen Teil des Krankengeldes. Foto: dpa

Mit einer Teil-Krankschreibung könnten erkrankte Erwerbstätige ihrer Arbeit noch in Teilen nachgehen, erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Prof. Dr. med. Ferdinand Gerlach. Dabei müssten die Krankenkassen nur einen Teil des Krankengeldes zahlen.

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Insgesamt legte der Rat 13 Empfehlungen zur Reduktion der Krankengeldausgaben vor. Unter anderem empfahl er, „in den besonders krankengeldrelevanten Indikationsbereichen der psychischen Erkrankungen und der Erkrankungen des Rückens die Effizienz von Präventionsangeboten und medizinischen Behandlungen zu verbessern“. Insbesondere bei psychischen Erkrankungen müsse der Zugang der Patienten zur Versorgung verbessert werden. Dafür sei die Bedarfsplanung weiterzuentwickeln.

Gerlach betonte, dass die Vorschläge des Rates nicht darauf zielten, das Krankengeld um jeden Preis zu drücken. „Das Krankengeld ist keine Wohltat, sondern eine gesamtgesellschaftlich sinnvolle Leistung, und die Versicherten haben einen Anspruch darauf, die Beträge zu erhalten“, sagte er. fos

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