ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2015Randnotiz: Zuckerbergs Milliarden
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Die Weihnachtszeit ist traditionell auch die Zeit, in der am meisten gespendet wird. Für die von Marc Zuckerberg angekündigte Milliardenspende war jedoch die Geburt seiner Tochter der Anlass. Zuckerberg teilte mit, dass er 99 Prozent seiner Facebook-Aktien spenden werde. 45 Milliarden Dollar wollten er und seine Ehefrau Priscilla Chan, eine Kinderärztin, für die Lösung dringender Probleme in der Welt zur Verfügung stellen. „Zu Beginn fokussieren wir uns auf personalisiertes Lernen und die Heilung von Krankheiten.“

In den USA wird Zuckerberg für seine Großzügigkeit gefeiert. Erst habe er die digitale Welt revolutioniert, jetzt mache er sich daran, dies auch mit dem Charitybereich zu tun, meinte ein Moderator von CNBC. „Wow“ – das war der lapidare Kommentar von Bill Gates. Doch es gibt auch vereinzelte kritische Stimmen. „Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Amerikaner will, dass ein paar Milliardäre bestimmen, wie ihr Schulsystem auszusehen hat, welche Medikamente sie nutzen und welches Saatgut sie säen“, meint beispielsweise der US-amerikanische Publizist Michael Edwards.

In Deutschland stößt die Ankündigung fast ausnahmslos auf Kritik. Und die Bedenken sind sicher nicht unberechtigt. So schreibt Zuckerberg in dem Brief an seine Tochter: „Können wir die Welt ins Netz holen, so dass du Zugang zu jeder Idee, jeder Person und alle Chancen hast?“ Er spricht sich damit ganz unverhohlen für eine globale Vernetzung aus, in der sicherlich Facebook eines der mächtigsten Unternehmen bleibt.

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Dennoch: Zuckerbergs Absicht, Hunger und Armut zu bekämpfen sowie eine bessere Gesundheitsversorgung zu sichern, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden.

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