ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1996T-Modelle von Mercedes-Benz: Frischer Wind auf dem Kombimarkt

VARIA: Auto und Verkehr

T-Modelle von Mercedes-Benz: Frischer Wind auf dem Kombimarkt

Feldkamp, Marie

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNSLNSLNS Ein Jahr, nachdem die neue E-Klasse eingeführt wurde, und 18 Jahre, nachdem das erste T-Modell aus Stuttgart den Kombimarkt umkrempelte, stellt Mercedes das neue T-Modell seiner E-Klasse vor.


Mercedes war nicht der erste Automobilhersteller, der Kombis baute. Aber dem Kombi mit dem Stern gelang es, eine Pkw-Variante, die bis dato fast auschließlich im Handwerk als Transporter Karriere feierte, "gesellschaftsfähig" zu machen. Plötzlich signalisierte ein Kombifahrer seiner Außenwelt, daß er ein sportlicher Typ sei, daß hinter dem Steuer vielleicht ein Golfer oder Reiter sitze.
Der Kombimarkt boomt, und die Stuttgarter möchten sich jetzt, nachdem sie von der Konkurrenz in diesem Marktsegment überholt wurden, ein größeres Stück aus dem Kuchen schneiden. Vier Motoren – drei Benziner und ein Turbodiesel – werden der Kundschaft in der Mittelklasse angeboten. Für die, die es gerne schnell und nobel mögen, nicht gerade über einen schmalen Geldbeutel klagen müssen, gibt es den E 420 mit 297 PS (104 995 DM). Er schafft die berühmten 0 auf 100 Kilometer in 7,3 Sekunden. Der E 290 Turbo-Diesel (65 090 DM) mit seinen 129 PS benötigt dazu 12,2 Sekunden. Allerdings verbraucht der Fünfzylinder mit Direkteinspritzung laut Werk auch nur 6,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Die höchste Nachfrage in diesem Marktsegment dürfte jedoch der 150 PS starke 4-Zylinder E 230 (65 090 DM) erfahren.
Die Karosserie des neuen T-Modells ist um 51 Millimeter länger und 59 Millimeter breiter als beim Vorgänger. Sonst blieb alles beim alten. Das "vieräugige" T-Modell gehört unverkennbar zur E-Baureihe. Die Form ist flie-ßender geworden und verjüngt sich zum Heck hin. Den Kampf, ob das Design der Technik zu folgen hat oder umgekehrt, haben bei diesem Modell die Techniker verloren. Stoßfänger und Rammschutzleisten, die sinnvollerweise aus unempfindlichem Kunststoff sein sollten, sind in der Wagenfarbe lackiert. Unfälle, bei denen die Stoßfänger in Mitleidenschaft gezogen werden, haben kostenträchtige Lackierarbeiten zur Folge. Beeindruckend ist der tiefe Laderaum des neuen Mercedes-Kombi mit einem Fassungsvermögen von 600 Litern; das sind 70 Liter mehr als beim Vorgängermodell. Baut man die Sitzkissen der Rückbank aus und bepackt den Kombi bis unters Dach, liegt das Ladevolumen bei 1 975 Litern. Damit kann sich Mercedes rühmen, derzeit den größten Kombi Europas zu bauen, ein Pfund, mit dem bislang Citroën wuchern konnte.
Auf dem Sicherheitssektor haben die Stuttgarter noch einmal viel getan. Die Sidebags in den vorderen Türen, die bei einem Seitenaufprall binnen 0,007 Sekunden in Aktion treten, sind serienmäßig. Nicht serienmäßig, sondern nur für einen Obolus von 1 725 DM zu erhalten ist das ESP (Electro-nic Stability Programme) – nach ABS und ASR von Mercedes als Meilenstein in der aktiven Fahrsicherheit bezeichnet. Das Traktionssystem verhindert durch sein blitzschnelles Eingreifen, daß aus Fahrfehlern eine Schleudertour wird. Das ESP-System basiert auf dem Antiblockier- und Antischlupfsystem. Kernstück ist ein aufwendiges Meßsystem, wie man es bisher nur aus der Luft- und Raumfahrttechnik kennt. Schon bei den ersten Schleuderbewegungen kommt es zu einem gezielten Bremseingriff. Wird untersteuert, bremst das ESP das kurveninnere Hinterrad. Übersteuert das Fahrzeug, wird zunächst das Antriebsmoment reduziert; reicht das nicht zur Stabilisierung, wird das kurvenäußere Vorderrad gebremst. Momentan ist das ESP nur für das Topmodell E 420 lieferbar, ab Frühjahr 1997 auch für die anderen Motorversionen.
Neben der Sicherheit gehört auch die Senkung des Kraftstoffverbrauchs zu den wichtigsten Aufgaben der Entwicklungsabteilungen. Laut Werk verbrauchen die neuen T-Modelle durchschnittlich zehn Prozent weniger Kraftstoff als ihre Vorgänger.
Bei Mercedes muß der Kombifahrer 5 175 DM mehr als für die Limousine auf den Tisch legen. Da tröstet auch nicht, daß es beim Vorgängermodell 7 360 DM waren, bieten andere Hersteller ihren Kombi doch ohne Aufpreis an. Anne Marie Feldkamp

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote