ArchivMedizin studieren4/2015Praktisches Jahr: Für die Wahlfreiheit!

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Praktisches Jahr: Für die Wahlfreiheit!

Hillienhof, Arne

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Myriam Heilani
Myriam Heilani

Die Verhandlungen zum Masterplan Medizinstudium 2020 laufen auf Hochtouren. Myriam Heilani, stellvertretende Bundeskoordinatorin für medizinische Ausbildung der bvmd, erläutert, wofür sich die Studierenden einsetzen.

Wie würde das PJ aussehen, wenn es nur nach dem Willen der Studierenden ginge?

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Heilani: Dann hätten wir ein PJ, das in Quartale aufgeteilt ist und mit zwei Wahlquartalen größtmögliche Freiheit für uns garantiert! Ich persönlich favorisiere dabei ja ein völlig freies PJ ohne jegliche Pflichtabschnitte.

Aber der Innere- und Chirurgieabschnitt werden bleiben …

Heilani: Natürlich! Wir wissen, dass wir die völlige Wahlfreiheit für alle PJ-Abschnitte kaum durchsetzen können. Außerdem erscheint es auch den Studierenden sinnvoll, Innere und Chirurgie im PJ zu machen, dort erlernt man doch die wichtigsten Basisfähigkeiten …

Im Augenblick scheint es, als würde das PJ geviertelt und ein zusätzlicher Pflichtabschnitt Allgemeinmedizin eingeführt . . .

Heilani: Die Politik ist im Augenblick sehr auf die Allgemeinmedizin fokussiert. Die Studierenden lehnen es aber ab, das Studium zu sehr auf den Hausarztberuf zuzuschneiden. Es sollte vielmehr dazu befähigen eine Weiterbildung jeglicher Art einzuschlagen.

Aber kommt die Allgemeinmedizin im Moment im Studium nicht wirklich zu kurz?

Heilani: Wir haben ein zweiwöchiges Blockpraktikum und eine Pflichtfamulatur. Quantitativ ist die Allgemeinmedizin im Studium unserer Meinung nach damit vernünftig abgebildet. Qualitativ aber oft nicht. Wir brauchen flächendeckend Lehrstühle an jeder Fakultät, damit eine gute Lehre und Forschung in der Allgemeinmedizin gewährleistet sind und sie sich neben den anderen Fächern behaupten kann.

Was ist in Bezug auf das PJ ihr wichtigstes Ziel bei den Verhandlungen zum Medizinstudium 2020?

Heilani: Wir wollen das Pflichtquartal Allgemeinmedizin abwenden. Wenn das PJ in vier Abschnitte geteilt wird, sollten zwei davon Wahlquartale sein.

Wie argumentieren sie in den Verhandlungen?

Heilani: Wir sind überzeugt, dass Pflichtabschnitte im Studium und speziell im PJ der falsche Ansatz sind, um Studierende für den Hausarztberuf zu gewinnen – das ist einfach die falsche Stellschraube. Umfragen haben gezeigt dass die Gründe, die für viele Studierende gegen die Allgemeinmedizin sprechen, gar nichts mit dem Studium zu tun haben. Vielmehr geht es bei der Ablehnung meist um den späteren Berufsalltag, zum Beispiel um eine als mangelhaft erachtete Vereinbarkeit von Beruf und Familie und wenig Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit – das ist zumindest die Auffassung vieler Studierender.

Wird sich die bvmd durchsetzen?

Heilani: Der Hausärztemangel erzeugt natürlich sehr viel Druck! Aber wir haben einen Pflichtabschnitt Allgemeinmedizin im PJ schon einmal abgewendet, vor etwas mehr als drei Jahren. Auch jetzt kämpfen wir wieder für Wahlfreiheit und individuelle Schwerpunktsetzung!

Myriam Heilani studiert Humanmedizin im fünften Semester in Frankfurt.

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