ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2016Transplantationen: Zahl der Organspender erstmals wieder gestiegen

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Transplantationen: Zahl der Organspender erstmals wieder gestiegen

Dtsch Arztebl 2016; 113(1-2): A-4 / B-4 / C-4

afp

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Nach dem Transplantationsskandal ist die Zahl der Organspender in Deutschland in diesem Jahr erstmals wieder gestiegen. Von Januar bis Ende November hätten 809 Menschen postmortal Organe gespendet und damit 26 mehr als im Vorjahreszeitraum, sagte der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. med. Axel Rahmel. „Der Rückgang der Zahl der Organspender scheint zumindest gestoppt zu sein.“

Vertrauen zurückgewinnen: Nach dem Transplantationsskandal sank die Bereitschaft zur Organspende. Foto: Fotolia/Alexander Raths
Vertrauen zurückgewinnen: Nach dem Transplantationsskandal sank die Bereitschaft zur Organspende. Foto: Fotolia/Alexander Raths

Von einem Umbruch will Rahmel aber noch nicht reden. „Von einer Trendwende zu sprechen, ist sicher noch zu früh, obgleich wir uns das natürlich im Interesse der Patienten auf der Warteliste wünschen“, sagte er. In Deutschland warten derzeit mehr als 10 000 schwer kranke Menschen auf ein Spenderorgan.

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Nachdem im Sommer 2012 bekannt geworden war, dass Ärzte an mehreren deutschen Kliniken offenbar Patientendaten manipuliert und so die Vergabe von Spenderorganen beeinflusst hatten, waren die Spenderzahlen massiv eingebrochen.

Während die DSO bei den Organspendern inzwischen einen leichten Aufwärtstrend beobachtet, ist die Zahl der gespendeten Organe weiter gesunken. Zwischen Januar und Ende November wurden demnach insgesamt 2 685 gespendete Organe registriert, das waren 1,1 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein Grund für diese Entwicklung kann Rahmel zufolge unter anderem „am zunehmenden Durchschnittsalter der Spender“ liegen. „Häufig sind dann aufgrund von Vorerkrankungen nicht alle Organe für eine Transplantation geeignet“, sagte der DSO-Vorstand. Im Durchschnitt werden einem Organspender drei Organe entnommen. afp

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