ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2016Ausblick auf 2016: Fehlanreize und neue Titel

EDITORIAL

Ausblick auf 2016: Fehlanreize und neue Titel

PP 15, Ausgabe Januar 2016, Seite 1

Bühring, Petra

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Das alte Jahr endete mit einer Enttäuschung: Hatten viele noch die Hoffnung, das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) möge den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zu den Psychotherapiehonoraren aufsichtsrechtlich beanstanden, so konnten sie diese nun begraben. Der Beschluss vom 22. September hatte die genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen ab dem Jahr 2012 neu bewertet. Die Vergütung dieser Leistungen steigt rückwirkend um 2,7 Prozent. Außerdem wird ein sogenannter Strukturzuschlag eingeführt für Praxen, die zu mindestens 50 Prozent ausgelastet sind. Das heißt, nur ein Teil der Praxen profitiert von diesem Zuschlag, der zudem abgestaffelt vergütetet wird. Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung, der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeuten kritisieren unter anderem, dass das BMG damit ein Vergütungssystem akzeptiert, das dem Ansatz, die psychotherapeutische Versorgung zu flexibilisieren, zuwiderläuft: „Anstatt durch ein rechtlich verankertes Mindesthonorar eine Basis zu schaffen, auf der die Flexibilisierung des psychotherapeutischen Behandlungsspektrums und die Versorgung mit Sprechstunden und Akutversorgung aufgebaut werden könnte, bekommen gerade diejenigen keine Zuschläge, die niederschwellige, nicht genehmigungspflichtige Leistungen anbieten.“ Unabhängig von der rechtlichen Bewertung setzt der Beschluss leider eben genau diese Fehlanreize für die Versorgung. Eine detailliertere Kritik an der Entscheidung des BMG übt Norbert Bowe vom bvvp in einem Kommentar auf Seite 16.

In eigener Sache: Mit der Titelgestaltung der vorliegenden Ausgabe geht eine Ära zu Ende. Seit dem Jahr 2002 hat der Kölner Kunstsammler und Psychoanalytiker Prof. Dr. med. Hartmut Kraft die Kunstwerke für den Titel dieser Zeitschrift aus seiner Sammlung zur Verfügung gestellt und mit großem Sachverstand in der Rubrik „Kunst und Psyche“ besprochen: Sowohl die psychoanalytische Interpretation als auch
die kunsthistorische Einordnung fanden immer kompetenten Niederschlag. Meist hat die Redaktion für jedes Jahr ein zentrales Thema ausgewählt. So stand 2013 das Thema „Liebe“ im Fokus, gefolgt von den „sieben Todsünden“ im Jahr 2014 und schließlich 2015 die „Deutsche Pop Art“. Nicht immer waren die Bilder gefällig, aber in jedem Fall spannend.

Die Redaktion hat sich nun für ein neues Konzept entschieden, das des sogenannten Thementitels. Herausgestellt wird jeweils ein längerer Beitrag, der sich aus Sicht der Redakteure und Grafiker für die Gestaltung des Titels eignet. In diesem Heft traf die Wahl den Beitrag „Schulphobie und Trennungsangst“ von Hans Hopf. Die Rubrik „Kunst und Psyche“ entfällt künftig. An ihre Stelle tritt ein auf zwei Seiten großzügig gestaltetes Inhaltsverzeichnis, das mit kleineren Zusammenfassungen und Fotos zusätzliche inhaltliche Schwerpunkte setzt, und zudem das Impressum beherbergt.

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Den Schlusspunkt des Heftes bildet ab dieser Ausgabe nicht mehr der einzelne „Kulturtipp“, sondern ein neuer „Kulturkalender“, der bundesweite Austellungen, die anzusehen sich besonders lohnt, auflistet.

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