ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2016Randnotiz: Prävention per Tanztee

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Randnotiz: Prävention per Tanztee

PP 15, Ausgabe Januar 2016, Seite 5

Schmedt, Michael

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Die Versorgung von Demenzkranken gilt in Deutschland vorwiegend als pflegerische Aufgabe. Wichtig ist aber auch, den Patientinnen und Patienten das Gefühl zu geben, selbst zu handeln. Das schafft Wohlbefinden und erhöht die Lebensqualität der an Demenz erkrankten Menschen. Hilfreich ist dabei die Erkenntnis, das Bewegung ein wesentlicher Faktor zu sein scheint, um bei Demenzkranken den Abbau ihrer kognitiven und funktionellen Fähigkeiten zu verlangsamen. Denn auch körperliche Aktivität verbessert das seelische Befinden der Patienten. Das legen Studien nahe, die beim ersten Kongress der European Academy of Neurology Ende Juni in Berlin vorgestellt wurden.

Die Kombination von selbstbestimmtem Handeln und Bewegung ist genau das, was Stefan Kleinstück mit seiner Initiative „Wir tanzen wieder!“seit 2005 umsetzt (www.
wir-tanzen-wieder.de). Der Leiter des Demenz-Servicezentrums Region Köln und das südliche Rheinland setzt dabei nicht auf Tanzveranstaltungen im Seniorenheim, sondern in Tanzschulen.

In Kooperation mit Schulen aus ganz Deutschland veranstaltet die Initiative monatlich 90-minütige Tanznachmittage für Menschen mit Demenz, Senioren und Angehörige. Menschen mit Gehhilfen, Rollatoren oder Rollstühlen sind ebenfalls ausdrücklich willkommen. Denn Ziel ist auch, ein Miteinander zu schaffen, das nicht zwischen gesund und krank unterscheidet, das die Tänzer für das Thema Alter und Demenz sensibilisiert. Und selbstbestimmt sind die Tänzer auf jeden Fall, wie die „Süddeutsche Zeitung“ treffend formulierte: „Warum die alte Dame lieber mit mit ihrem Rollator schunkelt? Weil sie der Chef sein kann.“

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