ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2016Kulturkalender: Schöpferischer Funken

KULTUR

Kulturkalender: Schöpferischer Funken

PP 15, Ausgabe Januar 2016, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

Bis 28. März / bis 21. Februar:

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© Stadtmuseum Berlin, Foto: Christel Lehmann
© Stadtmuseum Berlin, Foto: Christel Lehmann

Ich. Menzel

Berlin feiert den 200. Geburtstag von Adolph Menzel (1815–1905): Das Märkische Museum richtet den Fokus auf Leben und Werk, die Alte Nationalgalerie analysiert unter dem Titel „Blinde Blicke“ das zentrale Thema des Sehens in seiner Kunst. Fast sein ganzes Leben wirkte der in Breslau geborene Künstler in Berlin und entwickelte sich dort vom hoch begabten Lithografen und Grafiker (Bild: Selbstbildnis, Kreidezeichnung, 1853) zum Maler von unprätentiösen Historienbildern und realistischen Szenen des Großstadtlebens und beginnenden Industriezeitalters. Mit seinem Interesse an Farbwirkungen und Lichtreflexen und seiner Wiedergabe des unmittelbaren Eindrucks war er dabei seiner Zeit weit voraus.

Märkisches Museum, Am Köllnischen Park 5, Di.–So. 10–18 Uhr; Alte Nationalgalerie, Bodestr. 1, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr

Dresden

Bis 29. März:

Disegno – Zeichenkunst

Die historisch hohe Wertschätzung der Zeichnung als „erster Gedankenblitz“, als schöpferischer Funken eines Künstlers kam in der Wortschöpfung des Disegno zum Ausdruck. Diesen Ansatz aufgreifend, wird die Zeichnung als Impulsgeber für die Gegenwartskunst thematisiert. Herausragende zeichnerische Positionen der Moderne und Gegenwart stehen im Dialog mit Malerei, Fotografie und Film.

Residenzschloss, Kupferstich-Kabinett, Taschenberg 2, Mi.–Mo. 10–18 Uhr

LÜBECK

Bis 28. Februar:

Niederländische Moderne

Weite Landschaften, Seestücke und stimmungsvolle Stillleben – rund 80 reizvolle Werke in Deutschland meist unbekannter oder vergessener holländischer Künstler aus der Zeit um 1900 sind jetzt in Lübeck (danach in Würzburg, Freiburg, Aachen) zu entdecken: Darunter befinden sich etwa Johan Barthold Jongkind, den Claude Monet als seinen eigentlichen Lehrer bezeichnete, und der Landschaftsmaler Anton Mauve, bei dem van Gogh in die Schule ging. Die Exponate stammen aus der Sammlung Veendorp in Groningen.

Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstr. 9–11, Di.–So. 10–17 Uhr

MÜNSTER

Bis 6. März:

Wilhelm Morgner

Der Expressionist Wilhelm Morgner starb im Alter von nur 26 Jahren im 1. Weltkrieg. Dennoch hinterließ er ein umfangreiches Oeuvre, darunter 230 Gemälde sowie rund 2000 Zeichnungen und Aquarelle (Bild: Frau mit brauner Schubkarre, 1911). Das LWL-Museum präsentiert den westfälischen Künstler, der deutlich von Vincent van Gogh beeinflusst war, anhand des umfangreichen eigenen Bestands und bedeutender Leihgaben aus den USA, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz und Norwegen.

©LWL-MKuK
©LWL-MKuK

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10, Di.–So. 10–18 Uhr

RAVENSBURG

Bis 10. April:

Max Pechstein. Körper. Farbe. Licht

Die Darstellung des Menschen im Werk des „Brücke“-Künstlers Max Pechstein ist Thema der Ausstellung, die in eine sinnliche Welt der Farbe und des Lichts führt. Erstmals werden Pechsteins Körperbilder von seinem Frühwerk über die expressionistischen Akte, die exotischen Figurationen seines Aufenthalts in Palau und die Porträts der 1920er Jahre bis hin zu seinen Arbeiten der 1950er Jahre chronologisch präsentiert. Dabei wird deutlich, wie er sich stilistisch zunehmend von Konventionen löste und in faszinierenden Akt- und Tanzdarstellungen Frauen- und Männerkörper mit Leben erfüllte.

Kunstmuseum Ravensburg, Burgstr. 9, Di.–So. 11–18, Do. 11–19 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

„Extrêmement intéressant“

© 2015, ProLitteris, Zürich
© 2015, ProLitteris, Zürich

Inspiriert von den Werken künstlerischer Außenseiter, entwickelte der französische Maler und Bildhauer Jean Dubuffet (1901–1985) seine anarchische, nichtakademische „Art brut“ (Bild: Mêle moments, 1976, 248,9 × 360,7 cm). Im September 1950 besuchte er die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg, die tausende Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde, Skulpturen von Insassen psychiatrischer Anstalten enthält, und bewertete eine Reihe von Werken: In einer Liste versah er sie mit Urteilen wie „extrêmement intéressant“, „pas bien“ oder „mediocre“. Auf Basis dieser Rezeption präsentiert die Sammlung Prinzhorn 120 zum Teil noch nie öffentlich gezeigte Arbeiten. Ab Ende Januar widmet dann die Schweizer Fondation Beyeler dem faszinierend-facettenreichen Bilduniversum Dubuffets eine Retrospektive. Mehr als 100 bedeutende Gemälde und Skulpturen aus allen Schaffensphasen sind zu sehen.

„Dubuffets Liste“: Museum Sammlung Prinzhorn, Voßstr. 2, Heidelberg, Di.–So. 11–17, Mi. 11–20 Uhr (bis 10. April 2016);

„Jean Dubuffet. Retrospektive“: Fondation Beyeler, Baselstr. 101, CH-Riehen/Basel, tgl. 10–18, Mi. 10–20 Uhr (31. Januar bis 8. Mai 2016).

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