ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2016Welche Patienten profitieren?
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Die spezielle Thematik des kardiogenen Schocks auf der Grundlage eines STEMI bedarf einer näheren Erläuterung.

Trotz der Ergebnisse der SCHOCK-I-Studie, die einen deutlichen Überlebensvorteil 6 Monate und 1 Jahr nach der Notfallrevaskularisation demonstrieren (1), bleibt die Krankenhausmortalität auf der Grundlage eines Multiorganversagens in diesem Kollektiv mit 50 % weiterhin hoch und das trotz des von den Guidelines empfohlenen kurzen therapeutischen Fensters (door-to-balloon-time) von unter 90 Minuten (2). Es bleibt weiterhin unklar, welche Patienten von einer Frührevaskularisation tatsächlich profitieren.

Aus diesem Grund sollte, unabhängig von der Ätiologie des kardiogenen Schocks, der Fokus primär auf der Wiederherstellung einer adäquaten Hämodynamik und somit der peripheren Organperfusion liegen. Dazu ist nach Ausschöpfung aller konservativen Maßnahmen, der zeitgerechte Einsatz einer temporären, mechanischen Kreislaufunterstützung entscheidend. Die veno-arterielle extrakorporale Membranoxygenation (ECMO) wird inzwischen routinemäßig als „bridge to decision“-Therapie eingesetzt. Um die Wahrscheinlickeit einer myokardialen Erholung zu erhöhen, ist es wichtig, den linken Ventrikel zusätzlich vom Volumen zu entlasten. Dazu wird entweder kontralateral eine intraaortale Ballonpumpe implantiert oder, sollte die ECMO-Anlage transthorakal erfolgen, zusätzlich eine Drainage im linken Ventrikel positioniert. Die ECMO- Therapie wird für sieben Tage fortgeführt. In Abhängigkeit vom Befinden des Patienten kann dann eine Entscheidung über das weitere therapeutische Procedere getroffen werden.

Der isolierte Einsatz der intraaortalen Ballonpumpe hat nach den Erkenntnissen der SCHOCK-II-Studie keinen Einfluss auf das Patientenüberleben und wird inzwischen nicht mehr empfohlen (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2016.0039a

Dr. med. Sotirios Spiliopoulos

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Reiner Körfer

Prof. Dr. med. Gero Tenderich

Evangelisches Krankenhaus Duisburg

Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie

Abteilung für die chirugische Therapie der terminalen Herzinsuffizienz und Kunstherzversorgung

Sotirios.Spiliopolos@evkln.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Hochman JS, Sleeper LA, White HD, et al.: One-year survival following early revascularization for cardiogenic schock. JAMA 2001; 285: 190–2 CrossRef MEDLINE
2.
Menees DS, Peterson ED, Wang Y, et al.: Door-to-balloon time and mortality among patients undergoing primary PCI. N Engl J Med 2013; 369: 901–9 CrossRef MEDLINE
3.
Thiele H, Zeymer U, Neumann FJ, et al.: Intraaortic Balloon support for myocardial infarction with cardiogenic schock. N Engl J Med 2012; 367: 1287–96 CrossRef MEDLINE
4.
Hummel A, Empen K, Dörr M, Felix SB: De novo acute heart failure and acutely decompensated chronic heart failure. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 298–310 VOLLTEXT
1.Hochman JS, Sleeper LA, White HD, et al.: One-year survival following early revascularization for cardiogenic schock. JAMA 2001; 285: 190–2 CrossRef MEDLINE
2.Menees DS, Peterson ED, Wang Y, et al.: Door-to-balloon time and mortality among patients undergoing primary PCI. N Engl J Med 2013; 369: 901–9 CrossRef MEDLINE
3.Thiele H, Zeymer U, Neumann FJ, et al.: Intraaortic Balloon support for myocardial infarction with cardiogenic schock. N Engl J Med 2012; 367: 1287–96 CrossRef MEDLINE
4.Hummel A, Empen K, Dörr M, Felix SB: De novo acute heart failure and acutely decompensated chronic heart failure. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 298–310 VOLLTEXT

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