ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2016Randnotiz: Er kann es nicht lassen

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Randnotiz: Er kann es nicht lassen

Grunert, Dustin

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Die Chinesen sind auf den Geschmack gekommen. Haustiere! Nein, es geht dabei nicht, wie mancher vielleicht denken mag, um deren Verzehr. Die Tiere sind normale Wegkameraden, mit denen Gassi gegangen wird und die von der Familie geliebt werden.

Die Chinesen sind auch auf einen ganz anderen Geschmack gekommen. Rinder! Dabei geht es tatsächlich um Steak, Hackfleisch und Co. Die gehören für viele im Reich der Mitte zum Alltag und sind vom Speiseplan nicht mehr wegzudenken.

Haustiere und Rinder verbindet in Zukunft die weltweit größte Klonfabrik, die derzeit in China gebaut wird. Stirbt der kleine Struppi, begnügt man sich nicht mit einem der Abermillionen Streuner auf der Straße. Es muss „derselbe“ Hund sein. Und kommen die Landwirte nicht mit der Zucht von Vieh nach, muss eben die Wissenschaft helfen. Bis zu einer Millionen Rinder sollen geklont werden. Wo das Fleisch später landet, wie es gekennzeichnet wird und welche Folgen es haben könnte? Uninteressant. Beteiligt ist auch ein Unternehmen von Hwang Woo Suk. Der Name steht für Betrug, war er doch für einen der größten Forschungsskandale der Geschichte verantwortlich.

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2004 verkündete Hwang, es sei ihm gelungen, erstmals einen geklonten menschlichen Embryo zu konstruieren und aus ihm Stammzellen abzuleiten. Später kam heraus, dass er schlicht gelogen hatte. Dagegen war er es tatsächlich, der als erster einen Hund klonte. „Schuster bleib bei deinen Leisten“, mag er sich nun gedacht haben. Es wäre schön, wenn die „Tierfabrik“ wieder nur eines seiner Hirngespinste wäre. Klonen am Fließband, da vergeht einem doch glatt der Hunger.

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