ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2016Internetportal: Beratung für junge Menschen mit Krebs

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Internetportal: Beratung für junge Menschen mit Krebs

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Ein neu gestartetes Beratungsportal unter www.junges-krebsportal.de soll jungen Krebspatienten helfen, die finanziellen und sozialen Folgen ihrer Erkrankung während der Ausbildung und im Arbeitsleben abzumildern. Jährlich erkranken etwa 15 000 Menschen zwischen 18 und 39 Jahren neu an Krebs, erläuterte Prof. Dr. med. Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der 2014 gegründeten Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, die das Portal initiiert hat. Zu den medizinischen Folgen der Diagnose komme bei den jungen Menschen „ein signifikant erhöhtes Armutsrisiko“ hinzu, das die schwierige Situation noch verschärfe. Die Betroffenen müssten häufig eine Ausbildung oder ein Studium unterbrechen. Erfahrungen im Berufsleben, im Umgang mit der Krankenkasse, der Rentenversicherung oder dem Vermieter haben die meisten aber noch nicht. Der Stiftung zufolge drohen wirtschaftliche und soziale Notlagen.

Über die medizinischen Aspekte ihrer Krebserkrankung seien die Patienten in der Regel gut informiert, erklärte Priv.-Doz. Dr. med. Ulf Seifart, wissenschaftlicher Projektleiter des Krebsportals. Bei sozialrechtlichen Fragen gebe es aber zu wenige oder unübersichtliche Informationen. „Das ist umso dramatischer, als es bei jungen Menschen besonders rund um den Bereich ,Job und Geld‘ zu extremen Schieflagen kommen kann und nicht selten auch kommt“, sagte Seifart. Durch eine wissenschaftliche Auswertung sollen die besonderen Probleme der jungen Patienten analysiert werden.

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Das „Junge Krebsportal“ wird von Mitarbeitern der Stiftung technisch und administrativ betreut. Sozialmediziner der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. beantworten ehrenamtlich Fragen – im Online-Chat, telefonisch oder im persönlichen Gespräch. EB

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