ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2016Verhütung: Zyklusmonitoring per Sensor

TECHNIK

Verhütung: Zyklusmonitoring per Sensor

Dtsch Arztebl 2016; 113(4): A-147 / B-128 / C-128

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Foto: VivoSensMedical GmbH
Foto: VivoSensMedical GmbH

Viele Frauen setzen auf eine natürliche Form der Verhütung. Die Messung der Basaltemperatur ist Standard, wenn es um die Errechnung der fruchtbaren Tage geht. Diese Methode war bislang aber mühsam und die Fehlerquote hoch. Auch im Fall von hormonbasierten Urintests und Zykluscomputern sieht es nicht besser aus: Sie finden im klinischen Alltag kaum Akzeptanz. Ein Ring mit Sensor, der auf der Medizinmesse Medica im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, könnte eine Alternative darstellen.

Prof. Dr. med. Henry Alexander, emeritierter Leiter der Abteilung für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie an der Universitätsfrauenklinik Leipzig, hat den „OvulaRing“, einen Kunststoffring mit integriertem Biosensor, entwickelt und mit der Firma VivoSensMedical GmbH zur Marktreife gebracht. Die Funktionsweise basiert auf der Veränderung der Körpertemperatur während der fruchtbaren beziehungsweise unfruchtbaren Phase im Zyklus. Der Sensor zeichnet über den gesamten Zyklus rund um die Uhr alle fünf Minuten die Körperkerntemperatur auf.

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„Wir wollten eine Methode erarbeiten, mit der Frauen unkompliziert und zuverlässig ihren Eisprung bestimmen können, und das möglichst von zu Hause aus“, erklärte Alexander. Forschung und Tests erfolgten in enger Zusammenarbeit mit einem deutschen Ingenieurbüro, das für die technische Umsetzung zuständig ist. Der Messring mit integriertem Temperatursensor wird von der Patientin vaginal eingeführt. Ausgelesen werden die Daten mit einem speziellen Lesegerät, das an die USB-Schnittstelle des Computers angeschlossen wird. Der Ring kann zwischenzeitlich jederzeit entnommen und ausgelesen werden. Eine webbasierte Software bietet verschiedene Analysetools für die Temperaturdaten. Diese ermöglicht nicht nur eine retrospektive Analyse der Ergebnisse. Das Programm kann auch mittels spezieller Algorithmen Prognosen für künftige Zyklen darstellen, und der Frauenarzt sieht, wie es um die Zyklusgesundheit seiner Patientin steht.

Die Vorteile des Systems bestehen nach Angaben des Entwicklers in der exakten und kontinuierlichen Messung der Körperkerntemperatur sowie in der einfachen und selbstständigen Handhabung durch die Frau. Messfehler seien so gut wie ausgeschlossen. Infos unter www.ovularing.com. EB

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