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Die Beiträge zur Qualität der medizinischen Doktorarbeit sind inzwischen Legion, dadurch einer weiterführenden Erkenntnis aber nicht nähergekommen. Aus dem Beitrag von Herrn Kollegen Dewey ist nicht klar ersichtlich, wie er sich positioniert, für die medizinische Doktorarbeit oder dagegen mit automatischer Verleihung eines MD (warum eigentlich dann eine englische Form?). Das Problem ist doch eigentlich ganz einfach. Die Qualität der medizinischen Dissertation zu gewährleisten, ist eine ausschließliche und wichtige Aufgabe der Fakultäten. Diese haben die Kenntnisse und Ressourcen für die wissenschaftliche Qualität der an ihrer Institution geleisteten Arbeit zu sorgen. Im Gegensatz zur sonstigen Wissenschaft, die in der Verantwortung der jeweiligen Wissenschaftler liegt, liegt die Verantwortung für die wissenschaftliche Qualität der Dissertationen ausschließlich bei der Fakultät, denn diese und nur diese verleiht den Grad eines Dr. med. Es steht den Fakultäten frei, diese Verantwortung zu nutzen. Der Verfasser dieser Zeilen kann sich aus seiner akademischen Anamnese an mehrere Verfahren erinnern, wo Fakultäten diese Verantwortung wahrgenommen haben. Es besteht also überhaupt kein Notstand, sondern allenfalls eine Situation, die die Aufmerksamkeit der Fakultäten auf diese Problematik hinweisen sollte, was allerdings an vielen Orten bereits geschehen ist . . .

Natürlich bedarf es einer Betreuung der Promovenden, aber das sollte in einer vernünftig gesteuerten Fakultät kein Thema sein. Das Problem liegt also nicht im Promotionsverfahren, sondern ausschließlich in seiner Anwendung. Man darf auch nicht vergessen, dass die Mehrzahl der Promovierten nicht an der Universität bleibt, sondern in die Praxis oder an andere Häuser wechselt und auch dort erfreu-licherweise dann im neuen Umfeld eine Idee von Wissenschaft in der Medizin aufrechterhalten kann. Ich bin überzeugt, dass diese Ausbildungsstruktur wesentlich zur Qualität der Medizin in Deutschland, nicht erst seit heute, nachhaltig beigetragen hat.

Man sollte sich sehr hüten, ein bewährtes System zu ändern, ohne zu wissen, welche Folgen sich einstellen können, wenn man neue Verfahren implementiert. Insofern ist der sehr verdienstvolle Beitrag von M. Dewey leider in seiner Aussage nicht eindeutig genug. Mit anderen Worten: Es gibt überhaupt keinen Grund am Promotionsverfahren irgendetwas zu ändern, auch wenn heute nicht mehr alle Medizinstudenten diesen Weg gehen. Es wäre sehr kontraproduktiv, wenn dieses Qualifizierungsverfahren einem „einfacheren“ Verfahren aus Opportunitätsgründen geopfert würde.

Prof. Dr. med. Peter von Wichert, 20249 Hamburg

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