ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2016Lebertransplantation: Abstinenznachweiszeit
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„Suchtkranke können im Medizinbetrieb nirgends auf gleiche Zuwendung und Mitleidshaltung der beteiligten Personen hoffen wie somatisch Kranke“ – das schrieb schon Prof. Olivier Ameisen in seinem Buch „Das Ende meiner Sucht“.

Es gibt bis heute keine Methode, mit hinreichender Sicherheit das zukünftige Trinkverhalten von transplantierten Alkoholikern vorherzusagen. Insbesondere gibt es keinen gesicherten Zusammenhang mit der Abstinenzdauer vor einer Transplantation. Selbst schon über zwölf Monate „trockene“ Alkoholiker müssen vor der Aufnahme in die Warteliste nochmals für mindestens sechs Monate eine entwürdigende „Abstinenznachweiszeit“ absolvieren.

Selbst trockenen Alkoholikern wird also ohne wissenschaftliche Begründung eine zusätzliche Wartezeit von sechs Monaten auf die lebensrettende Transplantation abverlangt.

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Mit gleichem Recht könnte ja der Nachweis verlangt werden, dass Transplantatempfänger unter der großen psychischen Belastung nach der Transplantation nicht dem Alkohol verfallen werden! . . .

Ulrich E. Hammerla, 46045 Oberhausen

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