ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2016Sexueller Kindesmissbrauch: Der Missbrauchsbeauftragte intensiviert Forschung

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Sexueller Kindesmissbrauch: Der Missbrauchsbeauftragte intensiviert Forschung

PP 15, Ausgabe Februar 2016, Seite 52

Bühring, Petra

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Kinder brauchen Schutz und Hilfe vor sexueller Gewalt. Foto: Fotolia/kmiragaya
Kinder brauchen Schutz und Hilfe vor sexueller Gewalt. Foto: Fotolia/kmiragaya

Der unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, hat eine neue wissenschaftliche Begleitforschung am bundesweiten „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ (0800 2255530) eingerichtet. Gleichzeitig startet ein weiteres telefonisches Angebot, das „Hilfetelefon Forschung“ (0800 4455530), das sich an Betroffene und Angehörige wendet, die sich an Forschung zu belastenden Kindheitserlebnissen beteiligen möchten.

Das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ gibt es bereits seit 2010: Seitdem wurden rund 30 000 Gespräche geführt. „Die Begleitforschung ist eine sehr wichtige Unterstützung bei der Verbesserung von Hilfen, aber auch bei der Prävention und Aufarbeitung. Die Anliegen von Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften können so direkt in unsere Arbeit einfließen“, betonte Rörig.

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Mit der wissenschaftlichen Begleitforschung beauftragt wurde Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert, ärztlicher Direktor der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. „Wir setzen den Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) ein, der die Häufigkeit und den Schweregrad verschiedener Misshandlungserfahrungen in Kindheit und Jugend erfasst“, erklärte Fegert. Diese Angaben ermöglichten es, Vergleiche mit internationalen Studien zu ziehen und somit aussagekräftigere Interpretationen der Daten zu erhalten.

An den Hilfetelefonen sind Mitarbeiter der Fachberatungsstelle N.I.N.A. (Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen) tätig. Sie sind psychologisch, pädagogisch oder medizinisch ausgebildet und haben langjährige berufliche Erfahrung im Umgang mit sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen. PB

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