ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2016JugendKultur: Gothic-Anhänger vermehrt depressiv und suizidal

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JugendKultur: Gothic-Anhänger vermehrt depressiv und suizidal

PP 15, Ausgabe Februar 2016, Seite 79

Meyer, Rüdiger

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Anhänger der Gothic-Kultur neigen zu Depressionen und sie sind vermehrt suizidgefährdet. Dies zeigen die Ergebnisse einer Langzeitstudie aus England in Lancet Psychiatry. Die Gothic-Kultur, eine Anfang der 1980er Jahre entstandene Jugendbewegung, umgibt sich mit den Motiven von Schwermut und Tod, und für einige „Goths“ beschreibt dies mehr als ein oberflächliches Lebensgefühl. Dies geht aus einer Untersuchung der UK Avon Longitudinal Study of Parents and Children hervor, die den Geburtenjahrgang 1991/92 aus einer Region im Westen Englands seit der Schwangerschaft ihrer Mütter begleitet. Lucy Bowes et al. von der Universität Oxford haben die Ergebnisse von Umfragen bei Jugendlichen im Alter von 15 und 18 Jahren ausgewertet. Jugendliche, die sich im Alter von 15 Jahren sehr stark mit der Gothic-Bewegung identifizierten, litten im Alter von 18 Jahren dreimal häufiger unter Depressionen als andere Teenager und sie gaben fünfmal häufiger an, sich bereits Selbstverletzungen zugeführt zu haben.

Beide Assoziationen waren signifikant und abhängig von der Stärke der Identifizierung. Bowes betont, dass es vorstellbar sei, dass Jugendliche mit Depressionen sich durch ihre mentale Disposition zur Gothic-Kultur hingezogen fühlten. Die Anhänger selbst berichteten häufiger als andere über ein Mobbing durch Gleichaltrige, und ihre Mütter litten häufiger unter Depressionen. Dies deutet darauf hin, dass die Ursachen möglicherweise außerhalb der Gothic-Kultur zu suchen sind. rme

Bowes L, Carnegie R, Pearson R, et al.: Risk of depression and self-harm in teenagers identifying with goth subculture: a longitudinal cohort study. Lancet Psychiatry 2015; DOI: 10.1016/S2215–0366(15)00164–9).

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