ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2016Genforschung: Britische Wissenschaftler dürfen Embryonen gezielt verändern

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Genforschung: Britische Wissenschaftler dürfen Embryonen gezielt verändern

Dtsch Arztebl 2016; 113(6): A-206 / B-178 / C-178

dpa

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Am Londoner Francis Crick Institute werden künftig Embryonen verändert. Einer Frau eingepflanzt werden dürfen sie nicht. Foto: BRIAN ANTHONY/Alamy Stock Photo
Am Londoner Francis Crick Institute werden künftig Embryonen verändert. Einer Frau eingepflanzt werden dürfen sie nicht. Foto: BRIAN ANTHONY/Alamy Stock Photo

In Großbritannien sollen Forscher künftig das Erbgut menschlicher Embryonen gezielt verändern dürfen. Die zuständige Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie (HFEA) erlaubte dem Londoner Francis Crick Institute, solche Versuche an Embryonen bis zum Alter von sieben Tagen vorzunehmen. Damit wollen die Wissenschaftler die Erfolgsrate künstlicher Befruchtungen steigern.

Die Erlaubnis gelte nur zu Forschungszwecken, betonte die Behörde am 1. Februar. Veränderte Embryonen dürften keiner Frau eingepflanzt werden. Bevor das Team starten kann, muss noch eine britische Ethikkommission zustimmen. Deren Sprecherin sagte, die Entscheidung falle normalerweise nach 30 Tagen, höchstens aber nach 60 Tagen.

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Die Forscher in London wollen die Erfolgsraten künstlicher Befruchtungen erhöhen. Insbesondere interessiert die Gruppe um Kathy Niakan, warum es zu Fehlgeburten kommt und wie diese verhindert werden können. Dazu müsse man „verstehen, welche Gene menschliche Embryonen brauchen, um sich erfolgreich zu entwickeln“, sagte Niakan. Die Embryonen sollen von Paaren gespendet werden, die nach künstlicher Befruchtung nicht alle befruchteten Eizellen benötigen.

Konkret zielt die Genehmigung auf das Verfahren mit der Gen-Schere CRISPR/Cas9 ab. Damit können Forscher wesentlich präziser als bisher Teile der DNA ausschneiden oder einsetzen. Dass diese Methode nun genehmigt sei, sei das Neue, sagte ein Sprecher des Francis Crick Institute. Die Embryonalentwicklung erforschten Mitarbeiter des Instituts bereits seit längerem, betonte er. dpa

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