ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1999Todesstrafe: Medienhysterie

SPEKTRUM: Fernseh-Tipp

Todesstrafe: Medienhysterie

Dtsch Arztebl 1999; 96(22): A-1454 / B-1141 / C-1037

Fuchs, Heinz S.

Zu der Reportage "Ärzte und Todesstrafe: Heimliche Helfer, mutige Verweigerer" von Heike Korzilius in Heft 18/1999:
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LNSLNS Auslöser für eine beispiellose Medienhysterie war die Hinrichtung von zwei Mördern mit deutschen Pässen - Karl und Walter LaGrand -, vollstreckt nach US-amerikanischem Recht und Gesetz. Den Mordopfern wurde kaum eine Zeile gewidmet - aber sogar die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland als Bittsteller eingeschaltet . . .
Die American Medical Association (AMA) stellt sehr weise Ablehnung oder Befürwortung der Todesstrafe in das moralische Ermessen des einzelnen. Amnesty International (ai) dagegen postuliert apodiktisch, daß die Todesstrafe eine Verletzung des grundlegendsten aller Menschenrechte, des Rechts auf Leben, sei. Gut gebrüllt: Aber hat sich dieser Verletzung nicht zuallererst der Mörder schuldig gemacht? Nach vollzogener Todesstrafe sind wirkliche Fehlurteile nicht wieder gutzumachen. Was aber geschieht, wenn rechtskräftig nur "zu strenger Strafe" verurteilte Mörder bei uns - nach der Entlassung oder gar nach früher Flucht - erneut morden? Beispiele gibt es hierfür und bei uns in den letzten Jahren leider zu viele.
Prof. Dr. med. Heinz S. Fuchs, Zietenstraße 24, 53173 Bonn-Bad Godesberg
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