ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2016Darmkrebs: Bluttest für die Therapieplanung

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Darmkrebs: Bluttest für die Therapieplanung

Dtsch Arztebl 2016; 113(7): A-294 / B-250 / C-250

EB

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Das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum setzt als erstes deutsches Kompetenzzentrum einen neu entwickelten RAS-Biomarkertest in der Darmkrebstherapie ein. Das RAS-Gen spielt eine zentrale Rolle bei der Kontrolle des Wachstums der Krebszellen und ist entscheidend bei der Auswahl der gezielten Therapie. Seine Relevanz für die gezielte Behandlung von Patienten mit einer Darmkrebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium ist in einer Studie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) bestätigt worden. Der OnkoBEAM-Test, ein blutbasiertes Verfahren, ist nach Ansicht der Ärzte des Knappschaftskrankenhauses Bochum um Prof. Dr. med. Wolff Schmiegel einfach, schnell und ermöglicht mehr Patienten eine personalisierte, maßgeschneiderte Therapie.

Die Validierungsstudie des Tests erfolgte im Rahmen des Wissenschaftsprogramms der Landesförderung P.U.R.E. (Protein Research Unit Ruhr within Europe) in Zusammenarbeit mit dem Testentwickler Sysmex Inostics und Merck Serono.

Als derzeitiger Goldstandard zur Bestimmung des RAS-Status gilt die Untersuchung der Gewebeprobe durch einen Pathologen. OncoBEAM ist ein nicht-invasives Verfahren, das als nützliche Ergänzung zu herkömmlichen Gewebebiopsien oder chirurgischen Eingriffen dienen kann.

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Die Bestimmung des Mutationsstatus aus dem Blut ist ein wichtiges Werkzeug, das derzeit in klinischen Studien beim Patientenmonitoring erprobt wird. Dies würde in Zukunft eine nicht-invasive Überwachung des RAS-Mutationsstatus während der laufenden Therapie ermöglichen. Erste Studienergebnisse zeigen, dass RAS-Mutationen vor allem unter der Behandlung mit EGFR-(Epidermal Growth Factor-Rezeptor-)Antikörpern neu auftreten können. Die neue Mutationsdiagnose könnte somit zusätzlich einen frühen Hinweis darauf liefern, die Therapie dem veränderten Tumorprofil anzupassen beziehungsweise entsprechend umzustellen; sie wird derzeit weiter überprüft.

Dies ist auch dann sinnvoll einsetzbar, wenn keine Tumorgewebeprobe entnommen werden kann. „Damit können wir die wirkungsvolle Antikörper-Therapie gegen den EGFR auch bei Patienten in Erwägung ziehen, bei denen die Bestimmung des RAS-Mutationsstatus aufgrund von fehlendem oder unzureichendem Gewebematerial bisher nicht möglich war“, erläutert Dr. med. Alexander Baraniskin vom Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum. EB

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