ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1996Börsebius und Immobilien (II): Ich kaufe mir ein Haus

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius und Immobilien (II): Ich kaufe mir ein Haus

Rombach, Reinhold

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LNSLNSLNSLNS Es gibt sicher viele, die den Traum von den eigenen vier Wänden nicht konsequent in die Realität umsetzen, weil sie viel zuviel Respekt vor den sieben Siegeln des Hauskaufes haben und sowieso einen Stolperstein nach dem anderen fürchten.
In der vorigen Ausgabe habe ich besprochen, wie wichtig genügend Eigenkapital und eine möglichst langfristige Finanzierung für das gute Gelingen eines nervenschonenden Hauskaufes sind. Wer sich vor einer zu langen Zins-Bindung graust, was meines Erachtens aber nicht angebracht ist, kann ja listig die Darlehenssumme splitten und eine lange Laufzeit aushandeln.
Beispiel: Statt eines ursprünglich geplanten Kreditbetrages von 700 000 DM schließen Sie ein Darlehen über 400 000 DM mit einer Laufzeit von 15 Jahren ab und das andere über zehn Jahre. Aber lassen Sie sich bloß nicht von Ihrem Bankmenschen bange machen, so was ginge nicht. Das geht natürlich, hängt aber ein wenig von Ihrem mutigen Auftritt ab.
Genauso ist es prinzipiell möglich, Rückzahlungen "außer der Reihe" zu vereinbaren. Sie müssen freilich dann einen gewissen Zinsaufschlag (ein Viertelprozent) in Kauf nehmen, wobei die Banken hier ganz gerne mit mehr Zinspunkten zulangen, was Sie sich aber (unter dezentem Hinweis auf eine andere Geschäftsverbindung) nicht gefallen lassen müssen.


Kleider machen Leute
Im übrigen sei mir der Hinweis erlaubt, daß es beim Gespräch mit der Bank sehr, sehr wichtig ist, wie Sie dort auftreten. Auch hier gilt, daß Kleider Leute machen, also es keineswegs zweckmäßig ist, mit Freizeitkluft in ein Gespräch zu gehen, dessen guter (oder schlechter) Ausgang einen die nächsten 20 Jahre begleitet. Zum guten Gelingen wird ebenso beitragen, wenn ein (Ehe-)Paar zusammen zum Finanzierungsgespräch geht und nicht einer von beiden quasi als Abordnung beim Banker antanzt. Das macht die Gesprächsführung einfach gleichrangiger. Außerdem hat es noch nie geschadet, daß vier Ohren mehr hören als zwei, falls für eventuelle Streitereien ein Zeuge nottut. Nicht schlecht ist übrigens auch, zu Hause ein wenig die Termini zu üben. Was ist ein Disagio, was ist ein Effektivzins, was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung und so fort? Der Banker merkt sofort, wen er vor sich hat, ob harmloses Finanzierungshühnchen (das es zu rupfen gilt) oder aufgeweckte Darlehensnehmer, die mitreden können. Nur das zählt. Börsebius

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