ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2016Perkutane Koronarintervention: Langzeitsicherheit des FFR-basierten Vorgehens belegt

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Perkutane Koronarintervention: Langzeitsicherheit des FFR-basierten Vorgehens belegt

Dtsch Arztebl 2016; 113(8): A-333 / B-281 / C-281

Vetter, Christine

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Eine auf der Messung der fraktionellen Flussreserve (FFR) basierende perkutane Koronarintervention (PCI) ist auch auf lange Sicht effektiv und sicher in der Therapie einer koronaren Mehrgefäßerkrankung. Das belegen die 5-Jahres-Daten der FAME-Studie, in der die FFR-basierte PCI mit dem Angiografie-basierten Vorgehen verglichen wurde.

Überleben ohne schwere kardiale Komplikationen bei perkutaner Koronarintervention (PCI)
Überleben ohne schwere kardiale Komplikationen bei perkutaner Koronarintervention (PCI)
Grafik
Überleben ohne schwere kardiale Komplikationen bei perkutaner Koronarintervention (PCI)

In der Studie waren zunächst die zu behandelnden Stenosen angiografisch identifiziert worden. Anschließend erfolgte die Randomisierung, wobei in der Gruppe der Angiografie-basierten PCI-Entscheidung alle Stenosen behandelt wurden, in der FFR-basierten Gruppe aber nur bei einer FFR ≤ 0,80.

Primärer Endpunkt der Studie war die Rate relevanter kardiovaskulärer Komplikationen (major adverse cardiac events [MACE]: Tod, Myokardinfarkt, erneute Revaskularisierung) nach einem Jahr. In diesem Zeitraum und auch im Follow-up über 2 Jahre hatten sich signifikante Vorteile des FFR-basierten Vorgehens ergeben. Auch die 5-Jahres-Daten sprechen für die FFR-basierte Intervention: So trat bei 31 % der Patienten in der Angiografie- gegenüber 28 % in der FFR-Gruppe ein MACE auf. Das relative Risiko betrug 0,91 (95-%-Konfidenzintervall: 0,75–1,0, p = 0,31), wobei das Ergebnis mit signifikant weniger Stent-Implantationen bei der FFR-basierten PCI erreicht wurde (im Mittel 1,9 vs. 2,7; p < 0,0001).

Fazit: „Die FFR-Messung behält auch im Langzeitverlauf prognostische Bedeutung und sollte zum Standard bei allen grenzwertigen Stenosen gehören“, resümiert Prof. Dr. med. Christian Hamm, Direktor des Herz- und Thoraxzentrums der Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim. Allerdings bestehe ein wesentlicher Unterschied nur in den ersten zwei Jahren. Danach seien die Ereignisraten bei Angiographie-basierter und FFR-basierter PCI-Entscheidung vergleichbar. Christine Vetter

Van Nunen LX, et al.: Fractional flow reserve versus angiographie for guidance of PCI in patients with multivessel coronary artery disease (FAME): 5-year follow up of a randomized controlled trial, Lancet 2015; 386: 1853–60.

Überleben ohne schwere kardiale Komplikationen bei perkutaner Koronarintervention (PCI)
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