ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2016Stefan Gröschel: Drosselung eines überaktiven Krebsgens

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Stefan Gröschel: Drosselung eines überaktiven Krebsgens

Dtsch Arztebl 2016; 113(8): A-339 / B-287 / C-287

Spielberg, Petra

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Stefan Gröschel, Foto: dkfz
Stefan Gröschel, Foto: dkfz

Für seine Forschungen zur übermäßigen Aktivierung des Krebsgens EVI1 erhielt Stefan Gröschel vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg den „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrats ERC. Fernziel der Forschung des Nachwuchswissenschaftlers ist es, den Einfluss von EVI1 auf die Zellentartung mit neuen, epigenetisch wirkenden Medikamenten einzudämmen.

Eine Reihe von Krebsarten, darunter die akute myeloische Leukämie (AML) und Eierstockkrebs, aber auch viele Fälle von Brust-, Darm- oder Lungenkrebs, werden durch das Krebsgen EVI1 angetrieben. Bereits in früheren Untersuchungen hatte Gröschel bei einer seltenen Form der AML entdeckt, dass durch Umlagerungen im Erbgut der Leukämiezellen ein genetisches Verstärkerelement in die Nähe von EVI1 gelangt. Dadurch wird das Krebsgen besonders stark aktiviert und häufig abgelesen. Gröschel vermutet auch bei anderen EVI1-abhängigen Tumoren ähnliche Verstärkermechanismen, die er nun mit sorgfältigen Erbgut-Analysen identifizieren will.

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Der 37-Jährige hat an der Universität Heidelberg Medizin studiert. Für seine Doktorarbeit forschte er von 2005 bis 2006 an der Emory University in Atlanta, USA. 2007 wechselte er als Wissenschaftler und Assistenzarzt ans Universitätsklinikum Ulm, Innere Medizin III. Von 2011 bis 2014 forschte er als Postdoc am Erasmus Medical Center der Universität Rotterdam. Seit August 2014 ist Stefan Gröschel am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg in der Abteilung Translationale Onkologie.
Petra Spielberg

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