ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2016Patientenverfügung: Internetdienst sichert Wirksamkeit

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Patientenverfügung: Internetdienst sichert Wirksamkeit

Dtsch Arztebl 2016; 113(8): A-337 / B-285 / C-285

EB

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Patientenverfügungen sind im Ernstfall häufig nutzlos, entweder weil sie medizinisch zu ungenau sind oder in ihren Bestimmungen zu alt, um für Ärzte verwertbar zu sein. Hinzu kommt: Es dauert durchschnittlich drei Tage, bis eine Verfügung in der Klinik ankommt. Alle Fakten sind dann bereits geschaffen.

www.dipat.de: Intelligenter Internetdienst für die Realisierung einer wirksamen Patientenverfügung. Foto: picture alliance
www.dipat.de: Intelligenter Internetdienst für die Realisierung einer wirksamen Patientenverfügung. Foto: picture alliance

Der Notarzt und Intensivmediziner Paul Brandenburg hat vor diesem Hintergrund einen intelligenten Internetdienst entwickelt, um das Problem zu lösen (www.dipat.de). Zentrale Komponente von „DIPAT – Die Patientenverfügung“ ist ein selbstentwickeltes Online-Interview. Es ermittelt den Behandlungswillen und übersetzt ihn in eine präzise Patientenverfügung. Diese wird anschließend online hinterlegt. Mittels persönlichem Code-Aufkleber auf der Versichertenkarte ist sie immer beim Patienten. Rettungsdienste und Kliniken benötigen zur jederzeitigen Ansicht lediglich eine Internetverbindung, aber keine zusätzliche Technik oder Kenntnis. Da die Versichertenkarte bei jeder Behandlung automatisch eingesehen wird, fällt die Patientenverfügung sicher auf.

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Die Verfügung bleibt zudem dauerhaft wirksam, denn für die Dauer der Hinterlegung erhält der Nutzer bei einer gegebenenfalls notwendigen Aktualisierung eine individuelle Benachrichtigung, beispielsweise bei relevanten Fortschritten der Medizin oder rechtlichen Änderungen.

Die Nutzung des Dienstes ist im ersten Jahr kostenfrei, anschließend werden jährlich 36 Euro berechnet. Eine anschließende Verpflichtung zur Weiternutzung oder Kündigungsfristen besteht nicht. Ziel der Lösung ist es, einen objektiven Qualitätsstandard für wirksame Patientenverfügungen zu etablieren, damit die Versorgungskosten künftig von den Krankenkassen übernommen werden. An der Realisierung des Dienstes hat ein Team aus Fachärzten, Psychologen, Juristen und Programmierern gearbeitet. EB

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