ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2016Kulturkalender: Reisen in andere Welten

KULTURTIPPS

Kulturkalender: Reisen in andere Welten

Dtsch Arztebl 2016; 113(8): [71]

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Baden-Baden

6. Februar bis 29. Mai:

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Gerhard Richter. Birkenau

Im Mittelpunkt steht ein Zyklus von vier großformatigen abstrakten Bildern mit dem Titel „Birkenau“, die Gerhard Richter auf Basis von vier, von einem Häftling im August 1944 im Konzentrationslager Birkenau aufgenommenen Fotografien malte. Aber eigentlich ist es eine Ausstellung über die Kunst, mithilfe der Abstraktion das im Grunde Nichtdarstellbare darzustellen oder ihm zumindest ein Denkmal zu setzen. Diese malerische Konzeption wird auch anhand weiterer nichtfigurativer Werke von Carl Andre, Sol LeWitt, Blinky Palermo, Imi Knoebel und Sigmar Polke sowie Arbeiten der abstrakten Expressionisten Clyfford Still, Adolph Gottlieb und Willem de Kooning vorgestellt.

Museum Frieder Burda, Lichtentaler Allee 74, Di.–So. 10–18 Uhr

BERLIN

Bis 16. Mai:

Kunst der Vorzeit – Felsbilder

© Frobenius-Institut Frankfurt am Main
© Frobenius-Institut Frankfurt am Main

Der deutsche Ethnologe Leo Frobenius unternahm im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zahlreiche Expeditionen nach Afrika, bei denen er in Höhlen und Wüsten faszinierende Felsmalereien entdeckte. Künstler, die ihn begleiteten, kopierten die Stein-Skizzen und schufen so neue Werke, die großen Einfluss auf die moderne Kunst nehmen sollten (Bild: Aquarell von Alf Bayrle, 1934, zu einer Hirschjagd, die ein prähistorischer Künstler vor mehreren Tausend Jahren schuf). Als Frobenius 1938 starb, existierten mehr als 4 700 dieser abgemalten Felsbilder – neben Afrika auch aus Europa und Australien. Circa 100 davon werden jetzt in Berlin präsentiert.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr.7, tgl. (außer Di.) 10–19 Uhr

HAMBURG

6. Februar bis 16. Mai:

Picasso – Fenster zur Welt

Das Motiv des Fensters als Dreh- und Angelpunkt von Picassos Werk thematisiert die Ausstellung mit rund 40 wertvollen Leihgaben aus den Picasso-Museen in Barcelona und Málaga, aus dem Musée national Picasso und dem Centre Pompidou in Paris sowie der Londoner Tate und dem Museum of Modern Art, New York. Mit 18 Jahren schuf der Spanier seine ersten Fensterbilder, später griff er das Thema immer wieder auf. Das Fenster als bestimmendes Element, vor dem sich Picasso gerne in Szene setzte, dokumentieren zudem rund 50 Fotoarbeiten von Robert Doisneau bis Edward Quinn

Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, tgl. 11–19, Do. 11–21 Uhr

HEILBRONN

7. Februar bis 29. Mai:

Joseph Beuys und Italien

Zwei in Neapel und auf Capri entstandene Multiples wurden zu Ikonen seines Werks: „La rivoluzione siamo Noi“, ein program-matisches Fotoporträt, das Joseph Beuys ungefähr in Lebensgröße mit typischem Hut, Anglerweste, Jeans und Lederstiefeln zeigt, und seine legendäre Capri-Batterie. Die umfangreiche Ausstellung untersucht anhand seines Œuvres die Verbundenheit von Beuys mit Italien.

Kunsthalle Vogelmann, Allee 28, Di.–So. 11–17 . Do. 11–19 Uhr

MÜNCHEN

4. Februar bis 17. April:

Karel Appel – Werke auf Papier

Seine Gemälde sind weltweit in zahlreichen Museen zu bewundern, seine Skulpturen zieren öffentliche Plätze: Karel Appel (1921–2006) war einer der großen Künstler der Niederlande, er zählt zu den expressiven Erneuerern der Kunst nach 1945. Weniger bekannt, aber ebenso eindrucksvoll sind seine Arbeiten auf Papier (Bild: Ohne Titel, 1948), die jetzt in München ausgestellt sind. Gleichzeitig ermöglicht eine Retrospektive im Gemeentemuseum in Den Haag (bis 16. Mai) den Blick auf sein Gesamtwerk.

Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

© Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Jean Christen/Glas AG
© Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Jean Christen/Glas AG

Kulturgeschichte des Schädels

Von allen Körperteilen hat der Kopf schon immer den Menschen besonders fasziniert: Rund 250 Schädel aus allen Kulturkreisen von der Steinzeit bis zur Gegenwart sind noch bis April im Weltkulturerbe Völklinger Hütte (Bild: Ahnenschädel der Asmat, Papua-Neuguinea, um 1900) zu besichtigen. Dabei geht es neben kulturgeschichtlichen unter anderem auch um medizinische Aspekte: Eine Abgussreihe illustriert zum Beispiel die Entwicklung vom Fötusschädel bis zum Cranium des erwachsenen Menschen. Begleitend zur Ausstellung findet bis zum 15. März eine reizvolle Ringvorlesung statt, in der Wissenschaftlicher aus verschiedensten Perspektiven den Mythos des Schädels beleuchten (jeweils dienstags, ab 18.30 Uhr): Das Spektrum reicht von der Hirnforschung und der Schädelchirurgie über Riten indigener Völker bis zum Motiv des Schädels in der Popmusik.

„Schädel – Ikone. Mythos. Kult“: Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Rathausstr. 75–79, Völklingen, www.voelklinger-huette.org; tgl. 10–18 Uhr (bis 3. April).

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