ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1999Selbsthilfeorganisationen: KBV richtet Kooperationsstelle ein

POLITIK: Aktuell

Selbsthilfeorganisationen: KBV richtet Kooperationsstelle ein

Dtsch Arztebl 1999; 96(22): A-1476 / B-1256 / C-1128

Glöser, Sabine

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LNSLNS Die Vertragsärzte wollen die Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen verbessern.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine Kooperationsstelle für Selbsthilfeorganisationen eingerichtet - und will damit dem wachsenden Einfluß der Selbsthilfeorganisationen in der Gesundheitspolitik gerecht werden. Ziel ist es, die Akzeptanz und Zusammenarbeit zwischen Vertragsärzten und Selbsthilfeorganisationen auf Bundesebene zu verbessern und gemeinsame gesundheitspolitische Ziele umzusetzen.
Kooperation mit Beratungsstellen der KVen
Die Kooperationsstelle sieht es als eine ihrer Aufgaben an, Kontakte zu den überregionalen Verbänden der Selbsthilfegruppen und den Beratungsstellen der Kassenärztlichen Vereinigungen aufzubauen. Einige KVen haben bereits "Kooperationsberatungsstellen für Selbsthilfegruppen und Ärzte" (KOSA) eingerichtet: die KV Nordrhein in Köln und Duisburg, die KV Hessen in Frankfurt, die KV Westfalen-Lippe in Bielefeld und die KV Brandenburg in Potsdam. Zudem will sie die Selbsthilfegruppen über die Arbeit und politischen Aktivitäten der KBV informieren und sie über die Auswirkungen der Gesetzgebung auf die vertragsärztliche Versorgung - und damit auf die Patientenversorgung - aufklären.
Erste Selbsthilfegruppen sind in Deutschland vor mehr als 30 Jahren entstanden. Inzwischen gibt es etwa 70 000. Viele schließen sich in überregionalen Organisationen zusammen, die sich als Interessenvertreter und Ansprechpartner in gesundheits- und sozialpolitischen Fragen verstehen. Zahlreiche Selbsthilfegruppen oder deren Organisationen gehören Dachverbänden an, beispielsweise dem Gesamtverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte e.V. oder der Deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren. In den vergangenen Jahren sind Kontaktstellen eingerichtet worden, die die Bekanntheit und Akzeptanz von Selbsthilfegruppen in der Öffentlichkeit erhöhen sollen. Sie arbeiten eigenständig oder sind in andere Institutionen wie Kliniken oder Gesundheitsämter integriert. Die Kooperationsstelle der Ärztekammer Nordrhein in Düsseldorf unterstützt seit Jahren die Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfegruppen und Ärzten. Ratsuchenden und Ärzten bietet sie beispielsweise Informationsmaterialien und Adressenlisten an. Gesetzgeber fördert Selbsthilfegruppen
Überregional werden die Selbsthilfegruppen vor allem gefördert von der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. Darüber hinaus hat der Gesetzgeber die Förderung von Selbsthilfegruppen im Sozialgesetzbuch V verankert (§ 20 Abs. 3).
Die Kooperationsstelle der KBV ist zu erreichen über: Kassenärztliche Bundesvereinigung - Kooperationsstelle für Selbsthilfeorganisationen -, Adela Litschel, Herbert-Lewin-Straße 3, 50931 Köln, Telefon 02 21/ 4 00 52 26.
SG

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