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Über einen eindeutigen Nüchtern-BZ, einen CRP-Wert oder einen CAE-Wert in Verbindung mit persönlichen Angaben oder ärztlichen Erhebungen in Höhe einer international anerkannten pathologischen Grenzwertigkeit ist nicht zu streiten. Über eine Diagnose „Depression“, oder gar „PTBS“ indes durchaus – denn es mangelt an Objektivität, weil die Motivation von Menschen – letztendlich und bis dato – keiner Objektivität zugänglich ist. Zu oft reflektiert auch die/der Diagnostizierende nicht seine ureigenen Motive bei seiner „Diagnostik“. Dies aber gerade ist der Schwachpunkt Nummer eins. Die Nummer zwei folgert unmittelbar daraus: Der Diagnostiker/Therapeut arbeitet dann mit diesen subjektiv-motivierten Äußerungen, weil er dem Gegenüber ja „etwas Gutes tun“ will, und interpretiert die Angaben als „Faktendaten“, was im Sinne einer EbM freilich nicht der Fall ist. Schwachpunkt Nummer drei ist anschließend die – sich auf diese anamnestischen Mitteilungen stützende – Handlungsbasis des weiteren Prozedere im Sinne von „Hätte-wäre-sollte-dürfte-Wenn“, die sich in einer unheilvollen Allianz von „Haben-Wollen“ – statt „Werden-Sollen“ – ausdrückt. Alles, was einseitig gesehen wird, ist und bleibt immer nur die „halbe Wahrheit“ – auch in der Medizin und gerade besonders in der Psychiatrie angesichts von Diagnosen wie „Depression“ und „PTBS“. Hinzu kommen Sprachprobleme, von den interkulturellen Sprech- und Moralproblemen schon gleich gar nicht zu reden! Und nicht zu vergessen ist der Dolmetscher, der nie simultan übersetzt, sondern immer eine Zusammenfassung liefert, die nicht überprüfbar ist. Vorstehende Bedenken sind das Tat-sächliche Resümee nach jahrelanger Teilhabe am besprochenen Thema der „Versorgung von Flüchtlingen“. Ich plädiere damit für geprüfte Fakten, unbarmherzige Strenge zur eigenen Motivation und gegen Meinungen, Annahmen, Ansichten und Wohlmeinen.

Dr. med. Richard Barabasch, 96178 Pommersfelden

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