ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1999Venlafaxin: Retardform ist besser verträglich

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Venlafaxin: Retardform ist besser verträglich

Dtsch Arztebl 1999; 96(22): A-1508 / B-1284 / C-1204

EB

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LNSLNS Wesentlich bei der Verordnung eines Antidepressivums sind neben einem möglichst schnellen Wirkeintritt eine gute Wirkung und - besonders in der Langzeittherapie - eine gute Verträglichkeit. Mit Trevilor® retard (Venlafaxin), der neuen retardierten Formulierung des Antidepressivums Trevilor®, wird durch die langsamere Freisetzung des Wirkstoffs die Verträglichkeit deutlich verbessert. Darüber hinaus zeigt die Retardform in klinischen Studien auch eine bis zu 30 Prozent höhere Wirksamkeit bei der Behandlung der Depression.
Mit der zufälligen Entdeckung und Einführung der trizyklischen Antidepressiva vor mehr als 40 Jahren standen die ersten wirksamen Antidepressiva zur Verfügung, deren gute Wirksamkeit jedoch von zum Teil erheblichen Nebenwirkungen durch die unspezifische Blockade verschiedener Rezeptoren überschattet wurde. Insbesondere die kardialen und anticholinergen Nebenwirkungen sowie das hohe Interaktionspotential erschwerte die Behandlung kardial vorgeschädigter oder multimorbider Patienten. Mit der Einführung der selektiven SerotoninWiederaufnahmehemmer (SSRI) konnte zwar die Verträglichkeit, nicht jedoch die Wirksamkeit gesteigert werden. Bedingt durch die flache Dosis-Wirkungs-Beziehung der SSRIs führt auch eine Erhöhung der Dosis meist nicht zum gewünschten Ergebnis einer höheren Wirkung.
Die logische Konsequenz war die Entwicklung eines Antidepressivums, das selektiv auf die bei der Entstehung der Depression beteiligten Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin wirkt, ohne dabei andere Rezeptoren zu beeinflussen. Venlafaxin ist das erste Antidepressivum, mit dem gleichzeitig die Serotonin-, aber auch die Noradrenalinwiederaufnahme beeinflußt wird (SNRI). Es weist eine neuartige chemische Struktur ohne Verwandtschaft zu trizyklischen oder Monoaminoxidase-hemmenden Antidepressiva auf.
Trevilor® retard ist hochwirksam in der Behandlung von Depressionen mit und ohne Melancholie bei ambulanten und stationären Patienten. Zur Erhöhung der Wirksamkeit und zur Beschleunigung des Wirkeintritts kann die Dosis von Venlafaxin rasch gesteigert werden, ohne daß es dabei zu einer Eskalation der Nebenwirkungen kommt. Wie verschiedene Studien belegen, werden auch Angstsymptome bei Depressionen durch die einmal tägliche Gabe von Trevilor® retard signifikant verbessert.
Die Substanz weist aufgrund des dualen Wirkmechanismus ein breites Wirkspektrum auf und wird weit besser vertragen als trizyklische Antidepressiva. Die bei den meisten Patienten ausreichende Standarddosierung von Trevilor® retard beträgt 75 mg einmal täglich. Sollte eine weitere Wirkungsverstärkung notwendig sein, kann die Dosis einfach auf 150 mg oder 225 mg gesteigert werden. EB
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