ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1999VW Lupo: Ein braver Wolf

VARIA: Auto und Verkehr

VW Lupo: Ein braver Wolf

Dtsch Arztebl 1999; 96(22): A-1509 / B-1285 / C-1205

Seidel, Marc

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LNSLNS Der kleinste Volkswagen überzeugt nicht nur durch seine Fahreigenschaften. Mit dem "Stadtauto" kann man auch bequem reisen.


Es ist fast schon ein ungeschriebenes Gesetz bei der Automobilproduktion: Mit jeder Modellerneuerung wird das Auto besser, größer und zumeist auch teurer. So ist der aktuelle Polo - bis dato der kleinste VW - inzwischen auf die Maße des "Urgolfs" gewachsen. Er hat damit seinen Platz für einen neuen Kleinwagen freigemacht: den Lupo. Mit einer Länge von nur 3,53 Metern ist der Lupo eigentlich der ideale Stadtwagen. Allerdings: Seine guten Fahreigenschaften erlauben auch komfortables Reisen auf langen Strecken.
Frech und doch brav, so läßt sich der erste optische Eindruck der Lupo-Front beschreiben. Runde Scheinwerfer in Klarglas-Optik und die schräg darunter angeordneten Blinker stehen im Kontrast zur weit heruntergezogenen Motorhaube und den bulligen Stoßfängern. Die Heckpartie fällt eher wuchtig aus. Der Überhang hinter den Rädern ist auf ein Minimum reduziert, die Ladeklappe erinnert ein wenig an den großen Bruder Golf und ist bis auf die hinteren Stoßfänger heruntergezogen. Trotzdem beträgt die Ladekante immer noch 68 Zentimeter.
Im Innern findet sich ein aufgeräumtes und zweckmäßig gestaltetes Cockpit. Große Rundinstrumente informieren über Geschwindigkeit, Motordrehzahl und andere wichtige Daten. Bei Dunkelheit verbreitet die blaue Instrumentenbeleuchtung mit den roten Zeigern eine leicht futuristische Atmosphäre.
Der Fahrerplatz erweist sich als anpassungsfähig. Der Sitz ist serienmäßig höhenverstellbar und kann auch für großgewachsene Personen passend eingestellt werden. Dasselbe gilt auch für die Lenksäule, die sich in der Höhe und Weite justieren läßt.
Das Platzangebot ist vorne ausgezeichnet, hinten für einen Kleinwagen noch ausreichend. Weil die Sitze beim Umklappen nach vorne gleiten, verlangt der Einstieg zu den hinteren Plätzen keine besondere Akrobatik. "Easy Entry" nennt Volkswagen diese Funktion, die freilich als Extra angeboten wird. Schade nur, daß die Kopfstützen dabei am Dach scheuern und anschließend wieder in die ursprüngliche Position gerückt werden müssen. Wahlweise finden hinten zwei oder drei Personen einen Sitzplatz. Wer sich für die "Dreier-Variante" entscheidet, verzichtet damit auf eine teilbare Rücksitzbank, die das Gepäckabteil schrittweise von 130 Liter auf bis zu 830 Liter vergrößert. Kopfstützen für die Fondpassagiere sind in beiden Varianten vorhanden.
Zur passiven Sicherheit tragen beim Lupo serienmäßig Fahrer- und Beifahrerairbag sowie höheneinstellbare Dreipunktgurte mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern für die vorderen Sitze bei. Eltern dürften sich über die Isofix-Kindersitz-Vorbereitung freuen, die einen entsprechenden Sitz fest mit der Karosserie verbindet. ABS gehört nicht zur Standardausrüstung. Dafür berechnet VW einen Aufpreis von 600 DM. Seitenairbags können für 450 DM geordert werden.
Insgesamt ist die Serienausstattung recht einfach gehalten: Die Außenspiegel können in der Grundversion nur mechanisch verstellt werden, elektrische Fensterheber finden sich ebenfalls nur auf der langen Extraliste. Der Fahrkomfort des Lupo ist für einen Kleinwagen sehr gut. Überzeugt er in der Stadt durch seine Wendigkeit, die zusammen mit seinen kompakten Ausmaßen das Einparken (selbst in kleinen Lücken) erfreulich erleichtern, glänzt er auf der Landstraße mit einer erstaunlich komfortablen Federung. Fahrbahnunebenheiten steckt der Lupo souverän weg. Das Kurvenverhalten ist dabei sehr gutmütig.
Angeboten wird der Lupo mit drei Benzin- und zwei Dieselmotoren. Basisantrieb ist ein 1,0-Liter-Aggregat mit einer Leistung von 37 kW/50 PS. Er ist schadstoffarm nach D4 und verbraucht nach Angaben des Herstellers im Schnitt 5,8 Liter Eurosuper. Für höhere Fahrleistungen stehen alternativ ein 1,4-Liter-Motor mit 55 kW/75 PS (D3) oder ein gleichhubiger Vierventiler mit 74 kW/100 PS zur Verfügung, ebenfalls schadstoffarm nach D4.
Für Dieselfreunde gibt es einen 1,7-Liter-SDI. Er hat 44 kW/60 PS und begnügt sich auf der 100-KilometerDistanz mit 4,4 Litern. Hinzu kommt in diesem Jahr ein Dreizylinder-TDI in Pumpe-Düse-Technik. Er wurde in einer speziellen Leichtbauweise auf dem Genfer Autosalon erstmals vorgestellt und kommt nach Angaben von VW mit nur 2,99 Liter Diesel aus. Ausgerüstet mit einem Fünfgang-Direktschaltgetriebe mit automatisierter Schaltfunktion und Tiptronic, kostet dieser Lupo allerdings rund 25 000 DM. In der Grundversion wird der Lupo hingegen mit 17 990 DM in der Liste geführt. Für den 55 kW/75 PS-Antrieb sind 20 990 DM zu bezahlen.
Marc Seidel

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