ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2016Gerhard Rettenmaier †: Pionier der internistischen Sonographie

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Gerhard Rettenmaier †: Pionier der internistischen Sonographie

Dtsch Arztebl 2016; 113(11): A-505 / B-425 / C-421

Seitz, Karlheinz

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Gerhard Rettenmaier, Foto: Karlheinz Seitz
Gerhard Rettenmaier, Foto: Karlheinz Seitz

Prof. Dr. med. Gerhard Rettenmaier, der Begründer der internistischen Sonographie in Deutschland, ist am 7. Dezember 2015 im Alter von 86 Jahren gestorben. Rettenmaier erlebte die Schrecken des Krieges als Gymnasiast in Stuttgart und noch als jugendlicher Soldat. Nach Kriegsende studierte er Kirchenmusik und von 1952 bis 1957 Medizin in Tübingen und Kiel. Seine wissenschaftliche Karriere begann er am Max-Plank-Institut für Ernährungsphysiologie (Dortmund), seine internistische Ausbildung erhielt er an der Universität Erlangen, wo er sich 1973 über Lebersonographie habilitierte. Von 1973 bis 1994 wirkte er als Chefarzt an der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Böblingen. 1981 erhielt er eine außerplanmäßige Professur an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen.

Früh erkannte Rettenmaier das Potenzial der Real-Time- und Grauwert-Sonographie. Seine Publikation über den „Sonographischen Oberbauchstatus“ brachte 1976 den Durchbruch, seine Abteilung wurde zum Mekka der Sonographie. Etwa 2 000 Ärztinnen und Ärzte durchliefen sein Kurssystem, das auch nach 40 Jahren noch fast unverändert praktiziert wird. Der legendäre Kernsatz „Die Ultraschalldiagnostik ist die Fortsetzung der körperlichen Untersuchung mit technischen Mitteln“ führte zu einem Paradigmenwechsel in der Inneren Medizin. Rettenmaier war Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin und zweimal deren Präsident. Seine wissenschaftliche Arbeit wurde durch viele Ehrenmitgliedschaften und mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt. Priv.-Doz. Dr. med. Karlheinz Seitz

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