ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2016Börsebius: Gigantische Lügen

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Börsebius: Gigantische Lügen

Dtsch Arztebl 2016; 113(12): A-566 / B-474 / C-470

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ETF, ETF, ETF. Je mehr ich mich über Indexfonds (Exchange Traded Funds) aufrege, umso größer wird das Volumen dieser Papiere weltweit. Natürlich ist dieser Zusammenhang an den Haaren herbei gezogen oder anders gesagt, auch wenn ich an dieser Stelle schon so oft über dieses Thema geschimpft habe, ändert das an der Erfolgsgeschichte der Indexfonds gar nichts. Zumindest bisher nicht.

Die Idee der Indexfonds ist ja auch wirklich verführerisch. Erstens einmal sind ETF deutlich preiswerter als aktiv gemanagte „normale“ Fonds und zum zweiten ist dem Argument, daß ein ETF deswegen so attraktiv ist, weil er eben genau die Aktien des zugrundeliegenden Index abbildet, kaum beizukommen. Die Leute glauben eben schlicht und einfach, ein Indexfonds kauft die Werte des entsprechenden Index´ und alles ist gut.

Aber: Das stimmt so einfach nicht. Die meisten Indexfonds kaufen nicht die Papiere, die sie zu kaufen vorgeben (physisch replizierend), sondern erwerben stattdessen sogenannte strukturierte Produkte, was im Zweifel nichts anderes als bedrucktes Papier ist, also leere Versprechen und heiße Luft. Alles nur fürchterlich.

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Endlich springt mir in meiner Einschätzung auch jemand bei. Niemand geringerer als der Internationale Währungsfonds IWF warnt neuerdings vor einer „Scheinliquidität“ an den Märkten, also dem Glauben, bei Verwerfungen könne ein ETF die benötigte Liquidität schaffen. Im Ergebnis wird also hier um die Indexfonds herum ein Lügengebäude gebaut. Dass es gigantisch ist, macht die Sache nur noch dramatischer.

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