ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2016Gespräch: Das Verbändetreffen
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. . . Die Notwendigkeit, alles dafür zu tun, dass missbräuchliche Konstellationen sich nicht auch in psychotherapeutischen Behandlungsräumen verwirklichen, ist früh von mehreren Verbänden und Gesellschaften für Psychotherapie und psychosoziale Beratung erkannt worden, auch in dem Bewusstsein, dass Missbrauch in Psychotherapien überproportional oft Menschen betrifft, welche schon Opfer von Missbrauch in ihrer frühen Entwicklungsgeschichte waren.

Verbände und Gesellschaften haben sich seit 1991 im „Verbändetreffen gegen Grenzverletzungen und sexuellen Missbrauch in Psychotherapie und psychosozialer Beratung“ zusammengeschlossen. Das Verbändetreffen trat schon für die Einführung des § 174 c StGB ein, der den sexuellen Missbrauch in Psychotherapien unter Strafe stellt, und hat sich zum Ziel gesetzt, unter anderem die Entwicklung von ethischen Leitlinien und Prozeduren zur Annahme von Beschwerden sowie den fachlichen Austausch unter den Verbänden zu fördern, Hilfestellungen für Betroffene und Kollegen anzubieten, Tagungen, Vorträge und Fortbildungen zu organisieren.

Auf der Homepage des Verbändetreffens (www.verbändetreffen.de) kann eine hilfreiche, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Aufklärungsbroschüre für Betroffene, Angehörige und Psychotherapeuten heruntergeladen werden, die in jeder Praxis und Beratungsstelle ausliegen sollte. Schon im Jahr 2014 hat das Verbändetreffen ferner eine Resolution zur Kooperation mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs unterzeichnet, die ebenfalls auf der Homepage zu finden ist.

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Dr. jur. Dipl. Psych. Giulietta Tibone, 80801 München

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